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Sprachliche Schlüsselkompetenzen und die Ausbildungsreife Jugendlicher

Leseverstehen, Hörverstehen, mündliches und schriftliches Formulieren bei Hauptschulabsolventen deutscher und nichtdeutscher Muttersprache

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Edited By Lutz Götze, Norbert Gutenberg and Robin Stark

Hauptschulabsolventen haben oftmals Defizite in den sprachlichen Schlüsselkompetenzen und erhalten daraufhin die Diagnose «nicht ausbildungsreif». Das interdisziplinäre Forschungsprojekt «LRS – Lesen, Reden, Schreiben» an der Universität des Saarlandes entwickelte ein Trainingskonzept, mit dem diese Ausbildungsreife im letzten Hauptschuljahr erreicht werden könnte.

Das Buch stellt das Projekt und einige Implementationsansätze vor, die auf den Forschungsergebnissen basierende Curricula erproben. Dazu gehören die diagnostische Verbindung der Forschungstests mit den Kriterien des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GER), das Training für nicht ausbildungsreife Schulabgänger mit Migrationshintergrund, das Blended-Learning-Konzept für Azubis mit Defiziten in den sprachlichen Schlüsselkompetenzen sowie sprachliche Schlüsselkompetenzen in Unternehmen zur Integration von Flüchtlingen.

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2.1 Das Leseverstehen (Karin Kröninger / Katharina Weber)

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Karin Kröninger und Katharina Weber

2.1 Das Leseverstehen

Von Schulabsolventen wird erwartet, dass der Prozess, in dem schriftsprachliche Kompetenz erworben wird, weitestgehend abgeschlossen ist. Ausbildungsreife bedeutet in dieser Hinsicht, dass Auszubildende die Texte, mit denen sie konfrontiert werden, lesen und verstehen können.

Während ein Test zur Lesefertigkeit/Alphabetisierung mit einer Zweiteilung auskommt – eine Person kann entweder lesen oder sie kann es nicht –, ist die Lesekompetenz, wie sie bei PISA definiert wird, skalierbar, d. h. es lassen sich mehrere Stufen unterscheiden. Ebenso wie bei PISA lagen auch dem Projekt LRS zwei Voraussetzungen zugrunde: erstens das angelsächsische pragmatische Verständnis von Lesekompetenz (siehe S. 22) und zweitens die Annahme, dass man, wenn man Lesekompetenz testen möchte, möglichst vielen Textsorten, Lesesituationen und Verstehensleistungen gerecht werden muss. Lesekompetenz beinhaltet nach den Prinzipien von LRS darüber hinaus aber auch die Fähigkeit, sich selbst Informationen zu beschaffen, um den Anforderungen des Ausbildungsbetriebs und der Berufsschule gerecht zu werden. Ein weiterer Grundsatz von LRS war, den Schülern und Schülerinnen möglichst authentische Texte zu präsentieren, die ihnen inhaltlich und formal auch in der Ausbildung und im Berufsleben begegnen. Im Sinne der Authentizität der Test- und Trainingsaufgaben gehörte dazu auch, dass die Schüler sich im Internet zurechtfinden bzw. mit Texten aus dem Netz umzugehen lernen mussten. Bei der Projektentwicklung wurde versucht, all diese Kriterien zu berücksichtigen.

Zuerst wird die Lesekompetenz nach PISA beschrieben, danach wird der...

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