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Sprachliche Schlüsselkompetenzen und die Ausbildungsreife Jugendlicher

Leseverstehen, Hörverstehen, mündliches und schriftliches Formulieren bei Hauptschulabsolventen deutscher und nichtdeutscher Muttersprache

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Lutz Götze, Norbert Gutenberg and Robin Stark

Hauptschulabsolventen haben oftmals Defizite in den sprachlichen Schlüsselkompetenzen und erhalten daraufhin die Diagnose «nicht ausbildungsreif». Das interdisziplinäre Forschungsprojekt «LRS – Lesen, Reden, Schreiben» an der Universität des Saarlandes entwickelte ein Trainingskonzept, mit dem diese Ausbildungsreife im letzten Hauptschuljahr erreicht werden könnte.

Das Buch stellt das Projekt und einige Implementationsansätze vor, die auf den Forschungsergebnissen basierende Curricula erproben. Dazu gehören die diagnostische Verbindung der Forschungstests mit den Kriterien des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GER), das Training für nicht ausbildungsreife Schulabgänger mit Migrationshintergrund, das Blended-Learning-Konzept für Azubis mit Defiziten in den sprachlichen Schlüsselkompetenzen sowie sprachliche Schlüsselkompetenzen in Unternehmen zur Integration von Flüchtlingen.

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7 Implementationsansätze

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Norbert Gutenberg und Julia Linsenmeier

7.1 Konzept eines Trainings der sprachlichen Schlüsselkompetenzen Lesen, Sprechen, Schreiben und Hören für lernschwache Auszubildende und Schulabgänger/-innen ohne Ausbildungsreife mit Migrationshintergrund

Die Erfahrungen aus LRS wurden nun in Folgeprojekten umgesetzt und weiterentwickelt. Es handelte sich wieder um interdisziplinäre Projekte unter der Leitung von Prof. Dr. Norbert Gutenberg (Sprechwissenschaft und Sprecherziehung) und Prof. Dr. Robin Stark (Erziehungswissenschaft). Von August 2010 bis Juli 2011 bestand eine Kooperation zwischen LRS und dem Zentrum für Bildung und Beruf Saar gGmbH (ZBB) in Saarbrücken. Diese Kooperation machte eine Implementations-Studie möglich, in der das LRS-Trainingskonzept im Rahmen der Projekte ‚MiA‘ (Migranten in Ausbildung) und ‚PaduA‘ (Partizipation durch Ausbildung) weiterentwickelt und mit den teilnehmenden Jugendlichen durchgeführt wurde. In beiden Maßnahmen, die vom Jobcenter finanziert wurden, das auch die Teilnehmer zugewiesen hatte, ging es um die Qualifizierung und Förderung von Jugendlichen, insbesondere von Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Im Training sollten ihre sprachlichen Schlüsselkompetenzen gefördert werden. Kompetenzen, Lernziele und Inhalte orientierten sich an den Anforderungen, die während einer Ausbildung an Jugendliche gestellt werden.

Damit das Training erfolgreich sein konnte, mussten die Teilnehmer bereits über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen. Für welche Jugendlichen das Training in Frage kam, wurde zu Beginn der Maßnahme mit dem Eingangstest aus dem LRS-Projekt ermittelt. Jugendliche, deren Sprachkenntnisse nicht ausreichten, um von dem Förderprogramm zu profitieren, sollten zunächst reinen Sprach- und Deutschunterricht bekommen.

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