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Dialogische Krimianalysen

Fachdidaktik und Fachwissenschaft untersuchen aktuelle Repräsentationsformen des französischen Krimis

Edited By Corinna Koch, Sabine Schmitz and Sandra Lang

Ein Dialog zwischen Fachwissenschaft und Fachdidaktik findet trotz kritischer bildungspolitischer Entwicklungen für das Französische bisher kaum statt. Um diese Zusammenarbeit zu etablieren, wählten die Herausgeberinnen für die Beiträge dieses Bandes ein innovatives Format: Es wurden Autorenteams aus Literaturwissenschaftlern und Fachdidaktikern gebildet. Als Gegenstand des Dialogs fiel die Wahl auf die Krimikultur Frankreichs, da «roman» und «film noir», «littérature» und «BD policière» dort einen herausragenden Platz im kulturellen Referenzsystem einnehmen. Jedes Team übernahm ein zentrales Element aktueller Repräsentationsformen des Krimis. So stellt der Band vielfältige Bezüge zwischen Fachwissenschaft und Fachdidaktik her und zeigt das konkrete Potential der Zusammenarbeit beider Disziplinen auf.

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Verhandlungen interkultureller Prozesse in den Kriminalromanen von Jean-Claude Izzo: theoretische Hintergründe und unterrichtspraktische Umsetzung (Jeanne Ruffing / Marc Blancher)

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Jeanne Ruffing / Marc Blancher

Verhandlungen interkultureller Prozesse in den Kriminalromanen von Jean-Claude Izzo: theoretische Hintergründe und unterrichtspraktische Umsetzung

Abstract: This paper analyses how Jean-Claude Izzo’s description and experience of the southern French city Marseille and its atmosphere in Total Khéops contribute to create a specific form of crime novel. In a second step the paper proposes corresponding didactical approaches for the French as a foreign language classroom.

1. Einleitung

Mit Fragen zu den verschiedenen Untergattungen des Kriminalromans und zu gattungskonstituierenden Fragen wie Spannung und Ermittlungsmethoden beschäftigt sich die Kriminalromanforschung schon sehr lange. Insbesondere seit den 1960er Jahren haben sie das Interesse strukturalistisch1 und ideologiekritisch2 motivierter Theoretiker auf sich gezogen. Bereits in den 1970er und 1980er Jahren mangelte es nicht an Versuchen, diese Einsichten auch für den schulischen Unterricht in der Erst- oder in der Fremdsprache nutzbar zu machen, oft bewusst mit dem Anspruch, bei den Schülerinnen und Schülern die Sensibilität für den Umgang mit Populärkultur zu schärfen und dabei sowohl auf gattungstypische Konventionen als auch auf deren ideologische Implikationen aufmerksam zu machen.3←155 | 156→

Allerdings haben neue Entwicklungen die Ziele und Methoden des Einsatzes von Kriminalromanen im Unterricht erheblich erweitert und auch zu einer Akzentverschiebung beigetragen. Kriminalliteratur wird heute in der Regel nicht mehr als ‚Gefahr‘ wahrgenommen,4 sondern in erster Linie als Experimentierfeld und Lernanlass.5 Diese Akzentverschiebung wurde nicht nur durch eine veränderte Bewertung von populären...

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