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Symbolon

Gesellschaft für wissenschaftliche Symbolforschung e. V., Jahrbuch Band 20. Neue Folge

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Edited By Hermann Jung

Band 20 des Jahrbuchs SYMBOLON dokumentiert Vorträge aus unterschiedlichen Disziplinen, die bei den Jahrestagungen der Gesellschaft für wissenschaftliche Symbolforschung e. V. 2012–2014 in Köln, Erfurt und Essen gehalten wurden. Die Beiträge behandeln die folgenden Themenkreise: «Von Schiffen & Fischen. Zeichen und Symbole im Lebensraum Wasser» (Boschs «Versuchungen des hl. Antonius»), «Flüsse & Meere. Symbole und Mythen» (Der «aquatische Stier», Symbolik des Wassers, Symbolik der Muschel, symbolische Darstellung von Wasser in Musik, Ägypten) und «Die Gestirne. Symbole und Mythen» (Symbolik der Gestirne, die Milchstraße, Sonnenpferd und -wagen, Dantes Commedia, Giordano Bruno, Genter Altar, der symbolhafte Achtstern).

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Zur symbolischen Darstellung von Wasser in Musik am Ende des ‚langen‘ 19. Jahrhunderts. Zusammenfassung eines Workshops (Thomas Hochradner / Michaela Schwarzbauer)

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Thomas Hochradner und Michaela Schwarzbauer

Zur symbolischen Darstellung von Wasser in Musik am Ende des ‚langen‘ 19. Jahrhunderts

Zusammenfassung eines Workshops1

I. Einleitung

Im Zeichen der frühen Romantik verlagerten sich kompositorische Impulse tiefgreifend. Das betraf keineswegs nur den Umgang mit formalen, zur Zeit der Klassik gleichsam verbindlich und mustergültig gesetzten Konventionen, die nun, allmählich zwar, bald subtil, bald brüsk aufgebrochen wurden, sondern ebenso das Denken über das Wesen eines Komponisten, der um seine Kunst ringend gesehen wurde, und schließlich auch die Art und Weise einem musikalischen Werk die verschiedensten Eindrücke und Botschaften einzuweben. Was in instrumentaler Musik während des Barock noch einesteils tonmalerisch-plakativ, andernteils enigmatisch ausgedrückt wurde, was in der Klassik zu Gunsten des Kalküls zurückgehalten blieb, erhielt nunmehr einen poetischen Zuschnitt und wurde im Lauf des 19. Jhs. durch den Aufstieg der sogenannten ‚Programmmusik‘ als Sujet aufgewertet. Rasch und nachhaltig intensivierte sich unter Komponisten die Wertschätzung musikalischer Symbolik, ihr kompositorischer Vollzug überstieg jenen christlichen Bedeutungskreis, der ihr in der geistlichen Musik traditionell zugewachsen war. An Mythen, zumal klassischen, sank hingegen das allgemeine Interesse. War doch mit der höfischen Oper des 18. Jhs. ein Genre davon geprägt, dessen Fortleben die neue kulturelle Klientel, das wohlhabende und gebildete Bürgertum, nicht dulden wollte. Denn die Opera seria hatte sich wieder und wieder ← 127 | 128 → der mythischen Anspielung bedient, um die dynastischen Vorzüge eines Herrscherhauses zu preisen,...

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