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Symbolon

Gesellschaft für wissenschaftliche Symbolforschung e. V., Jahrbuch Band 20. Neue Folge

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Edited By Hermann Jung

Band 20 des Jahrbuchs SYMBOLON dokumentiert Vorträge aus unterschiedlichen Disziplinen, die bei den Jahrestagungen der Gesellschaft für wissenschaftliche Symbolforschung e. V. 2012–2014 in Köln, Erfurt und Essen gehalten wurden. Die Beiträge behandeln die folgenden Themenkreise: «Von Schiffen & Fischen. Zeichen und Symbole im Lebensraum Wasser» (Boschs «Versuchungen des hl. Antonius»), «Flüsse & Meere. Symbole und Mythen» (Der «aquatische Stier», Symbolik des Wassers, Symbolik der Muschel, symbolische Darstellung von Wasser in Musik, Ägypten) und «Die Gestirne. Symbole und Mythen» (Symbolik der Gestirne, die Milchstraße, Sonnenpferd und -wagen, Dantes Commedia, Giordano Bruno, Genter Altar, der symbolhafte Achtstern).

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Himmelsfluss, Ouroboros, Seelenweg und Orientierungshilfe. Die Milchstraße in Symbolik, Mythen und Ritualen (Michael A. Rappenglück)

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Michael A. Rappenglück

Himmelsfluss, Ouroboros, Seelenweg und Orientierungshilfe

Die Milchstraße in Symbolik, Mythen und Ritualen

Das matt schimmernde Band der Milchstraße hat schon seit Jahrtausenden weltweit die Aufmerksamkeit der Völker auf sich gezogen. Man fasste Überlegungen zur rätselhaften Gestalt, dem Material und der sich im Laufe der Nacht, des Jahres und längeren Zeitabschnitten verändernden Lage des Lichtstreifens, der zum Himmel wesentlich gehörte, aber sich fundamental von den anderen Himmelsgebilden unterschied, in Bildern, Kleidung, Baudenkmälern oder spirituellen Wanderwegen. Welche wesentlichen Funktionen und Bedeutungen der Milchstraße, gefasst in Symbolen, Mythen und Ritualen, gibt es?

Anschauungen der Völker zu Gestalt und Substanz der Milchstraße

Die menschliche Wahrnehmung neigt dazu, in den lichten und dunklen Bereichen der Milchstraße zusammen mit hellen auffälligen Sternen Muster zu erkennen, die dann zu besonderen Anschauungen der Völker über die Gestalt und Substanz der Milchstraße führten (Tab. 1).1 ← 185 | 186 →

Die Eigenheiten der menschlichen neuronalen Wahrnehmung erlauben es, die Bereiche der Milchstraße auf zweierlei Weise zu sehen: Es sind Risse und Lücken (negative Wahrnehmung), z. B. dünne Zweige eines Baumes, Unterbrechungen eines Weges, Lücken in einer Gruppe wandernder Tiere, Menschen oder übernatürlicher Wesen, Dichtevariation in gestreutem Material, Zwischenräume in künstlichen Objekten, in einem Gewebe oder einer flackernden Substanz. Es sind unabhängige, dunkle Figuren (positive Wahrnehmung), z. B. Inseln...

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