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Symbolon

Gesellschaft für wissenschaftliche Symbolforschung e. V., Jahrbuch Band 20. Neue Folge

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Edited By Hermann Jung

Band 20 des Jahrbuchs SYMBOLON dokumentiert Vorträge aus unterschiedlichen Disziplinen, die bei den Jahrestagungen der Gesellschaft für wissenschaftliche Symbolforschung e. V. 2012–2014 in Köln, Erfurt und Essen gehalten wurden. Die Beiträge behandeln die folgenden Themenkreise: «Von Schiffen & Fischen. Zeichen und Symbole im Lebensraum Wasser» (Boschs «Versuchungen des hl. Antonius»), «Flüsse & Meere. Symbole und Mythen» (Der «aquatische Stier», Symbolik des Wassers, Symbolik der Muschel, symbolische Darstellung von Wasser in Musik, Ägypten) und «Die Gestirne. Symbole und Mythen» (Symbolik der Gestirne, die Milchstraße, Sonnenpferd und -wagen, Dantes Commedia, Giordano Bruno, Genter Altar, der symbolhafte Achtstern).

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Die Sterne des Genter Altars – eine Darstellung der Konstellation Virgo? (Ralf Piolot)

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Ralf Piolot

Die Sterne des Genter Altars – eine Darstellung der Konstellation Virgo?

Vorwort

Zur komplexen Ikonographie und Symbolik des Genter Altars liegen eine Vielzahl wissenschaftlicher Untersuchungen und Publikationen vor.1 Erschaffen an der Schwelle zwischen Mittelalter und Renaissance, weist er Elemente beider Stilrichtungen auf,2 seine versteckten Aussagen, Anspielungen und Zusammenhänge waren schon für den zeitgenössischen Betrachter nicht nur ein rein ästhetisches Vergnügen, sondern auch eine intellektuelle Herausforderung.3 Eine vollständige Dechiffrierung des Bildprogrammes steht bis heute aus und wird eventuell niemals endgültig möglich sein, was der Buchautor Noah Charney sehr zutreffend folgendermaßen illustriert: „So finden sich in der Bildsprache des Altarbildes eine Reihe von miteinander verbundenen theologischen Themen, die wie russische Puppen ineinander verschachtelt sind, und aufeinander verweisend die religiösen und ikonographischen Rätsel um die Malerei vertiefen.“4

Der hier vorgestellte Interpretationsansatz mit der These, daß es sich bei den Sternen im Nimbus Marias um eine Darstellung der Konstellation Virgo handeln könnte, ist somit der Versuch, eine dieser Verschachtelungen sichtbar werden zu lassen. Wesentlich erleichtert wird die hierzu erforderliche Bildanalyse durch ein umfangreiches Restaurierungs- und Dokumentationsprojekt, welches das Koninklijk Instituut voor het Kunstpatrimonium mit Sitz in Brüssel seit 2012 am Genter Altar durchführt. Die bisherigen Untersuchungsbefunde wurden zusammen mit hochauflösenden Nah- und Spezialaufnahmen im Internet publiziert5 und ← 253 | 254 → ermöglichen Betrachtungen von Details am PC-Bildschirm, wie sie sonst selbst am Original nicht möglich w...

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