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Christliche Wissenssysteme und «Strategien des Übersetzens» im Missionierungskontext

Die Darstellung der tagalischen Religion im 17. und 18. Jahrhundert

Imke Rath

In ihrer Studie begibt sich die Autorin auf die Suche nach den Spuren einer vergangenen Religion aus den philippinischen Tagalog-Provinzen. Eine Verbindung von diskurs- und begriffsgeschichtlichen Ansätzen mit einer sprachwissenschaftlichen Analyse dient zur Untersuchung der kolonialen und postkolonialen Wissensproduktion und ermöglicht eine Neubewertung des lückenhaften Bildes, das von der Religion vorherrscht. Ziel ist es, exemplarisch den Mehrwert durch die Einbindung des Konzepts der Kulturellen Übersetzung und der «Area Studies» in die kulturhistorische Forschung aufzuzeigen. Am Ende der Studie steht eine neue Interpretation der einzelnen Bestandteile der tagalischen Religion, die als Grundlage für weiterführende Untersuchungen dienen soll.

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4 Fazit und Ausblick

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4 Fazit und Ausblick

Eines der zentralen Felder in der außereuropäischen Geschichtswissenschaft ist die Untersuchung transkultureller Religiosität in frühneuzeitlichen Kontexten der christlichen Missionierung unterschiedlicher Weltregionen. Durch eine postkolonialistische Prägung und den verstärkten Einbezug kulturwissenschaftlicher Ansätze fokussieren neuere Untersuchungen besonders die Prozesshaftigkeit und die Performanz von Wandlungsprozessen sowie die Uneinheitlichkeit der daraus hervorgegangenen Phänomene. Neue Lesarten eines vorhandenen Quellenbestandes sind erforderlich, um die europäischen Deutungs- und Darstellungskonventionen bei der Beschreibung fremdkultureller Phänomene in der Interpretation der Quellen berücksichtigen zu können. Diesem Desiderat hat sich die vorliegende Arbeit, die sich im Grenzbereich von Geschichtswissenschaft, Sprachwissenschaft und Ethnologie ansiedelt, verschrieben. Im Fokus stehen christliche Wissenssysteme und ‚Strategien des Übersetzens‘ im Missionierungskontext: Sie dienten als Grundlage und Stilmittel der Darstellung der tagalischen Religion im 17. und 18. Jahrhundert und flossen in die Generierung von Quellen ein, auf denen das heutige Bild dieser Religion basiert. Als Reaktion auf das einseitige, stereotype Bild, das so über die tagalische Religion vermittelt wurde und wird, entwickelte diese Arbeit mit Hilfe einer neuartigen Herangehensweise unter Einbezug von Ansätzen aus verschiedenen Disziplinen neue Lesarten, um die bestehenden Quellen neu zu erschließen. Im Kern ging es darum herauszufinden, wie genau in in welchen Bereichen das Wissen über die tagalische Religion durch die christlichen Beobachter, die es überlieferten, inhaltlich geprägt wurde. Zudem wurde aufgezeigt, wie sich religiöse Konzepte und gesellschaftliche Werte in dynamischen Aushandlungsprozessen im Missionierungskontext neu ausformten. Die Relevanz dieses erneuten, kritischen Lesens...

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