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Raumbegehren

Zum Flaneur bei W.G. Sebald und Walter Benjamin

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Eva Riedl

Trotz der Aufmerksamkeit, die den gehenden Protagonisten im Prosawerk W.G. Sebalds in der theoretischen Beschäftigung zugekommen ist, hat die Forschung diese bislang nur selten unter der Perspektive «Flaneur» untersucht. Die Autorin widmet sich Sebalds sorgsamen Inszenierungen dieser Fußreisen und verfolgt sie kritisch vor W.G. Sebalds Benjamin-Lektüre. Sie zeigt, dass die als widersprüchlich aufgefasste Aneignung der Figur durch Walter Benjamin eine Chance ist, das Zugleich von intensiven, im Übergang befindlichen und zerstörerischen Formen der Flanerie in Sebalds Texten aufzuzeigen. Der Flaneur ist ein auffälliger Körper: Wie dessen epiphanische, intensive und vernichtende Gesten in Sebalds theoretisches und literarisches Schreiben eingehen, verfolgt dieses Buch.

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III. Zur Figur des Flaneurs: Forschungsperspektiven

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III.  Zur Figur des Flaneurs: Forschungsperspektiven

An dieser Stelle ist die bislang konzentrierte Perspektive auf die Interferenzen zwischen Sebald und Benjamin auszusetzen. Im Folgenden soll eine Perspektive auf das Phänomen der Flanerie, dessen Spur in Benjamins Werk aufgenommen wurde und von dort aus kritisch weiterverfolgt wurde, vorgelegt werden.

III. 1  Übersicht über Benjamins Flaneur-Bilder

Die Spur des Flaneurs führt zu Benjamins ab 1927 aufgenommenen Arbeit an den Passagen, jene als kohärentes Werk projektierte, wiewohl unvollendet gebliebene monumentale Sammlung von Zitaten, Notizen, Anmerkungen und Bruchstücken, um dessen Kraftfeld als das einer „halb verdeckten Sonne“145, die meisten der bis zum seinem Tod 1940 geschriebenen Texte kreisen. Material zum Flaneur findet sich in Gestalt des Bandes V der Gesammelten Schriften, der unter dem Titel Passagen-Werk erschienen ist, wie dem dort eingelagerten Konvolut M zum Flaneur, in den beiden Exposés zur Passagenarbeit, wie in anderen Konvoluten, Entwürfen und Materialien. Seine Spur zweigt in beide Schriften zu Baudelaire ab, Das Paris des Second Empire bei Baudelaire (1938) und, bereits 1939 nachfolgend, Über einige Motive bei Baudelaire. Weiterhin taucht der Flaneur unter anderem in Benjamins Rezension zu Hessels Spazieren in Berlin, im Sürrealismus-Aufsatz, den Haschisch-Protokollen.

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