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Sprachliche Variation in autobiographischen Interviews

Theoretische und methodische Zugänge

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Edited By Ingrid Schröder and Carolin Jürgens

Der Band dokumentiert die Beiträge eines Workshops im Rahmen des Projekts «Einstellungen gegenüber regionalen Sprachformen in der Großstadt: Niederdeutsch in Hamburg (NiH)». Im Mittelpunkt standen Möglichkeiten und Grenzen sprachbiographischer Analysen, wobei vornehmlich theoretische Grundlagen und Methoden diskutiert wurden. Eine wesentliche methodische Differenz besteht in der Fokussierung des Inhaltes von Sprachbiographien im Unterschied zur Fokussierung der sprachlichen Form und damit der Konstruktion von Biographien und Identitäten. So spielen sowohl inhalts- wie auch gesprächs- und narrationsanalytische Ansätze eine Rolle. Sprachbiographische Modellbildungen stehen neben exemplarischen Analysen von autobiographischen Erzählungen, die von Mehrsprachigkeit und Varietätenkontakt geprägt sind.

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Das sprachbiographische Interview als Interaktion. Eine gesprächsanalytische Perspektive auf ein Forschungsinstrument (Katharina König)

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Katharina König (Münster)

Das sprachbiographische Interview als Interaktion. Eine gesprächsanalytische Perspektive auf ein Forschungsinstrument

Abstract: Based on a corpus of 45 interviews with migration-induced multilinguals in Germany, the paper discusses methodological challenges in the analysis of language biographical interviews. The author argues that problems in dealing with the spoken modality, a social desirability bias or contradictions in the interviewees’ reconstruction of their language biographies can be resolved if the interviews are not treated as merely content-generating research instruments but as social interactions.

1  Ansätze sprachbiographischer Forschungsarbeiten

Variation im Spracherwerb oder Sprachgebrauch lässt sich über verschiedene methodische Zugänge erfassen: Neben objektiven Daten spielen subjektive Sprachdaten1 in variationslinguistischen Arbeiten eine zunehmend wichtige Rolle; individuelle SprecherInnen und ihre sprachbezogenen Erfahrungen und Einstellungen stehen dabei im Fokus des Interesses.2 Im Rahmen der linguistischen Sprachbiographieforschung wird spezifisch die sprecherbezogene Refle­xion des Zusammenhangs von Sprache und lebensgeschichtlicher Entwicklung in den Blick genommen.3 Der Gegenstand der Sprachbiographie kann dabei verschiedentlich konzeptualisiert werden:4 Als erlebte Geschichte stellt sie den tatsächlichen lebensgeschichtlichen Verlauf von Spracherwerb und Sprachgebrauch dar, wie ihn eine Sprecherin/ein Sprecher durchlaufen hat. Der Zugriff auf diese „objektive“ Ebene ist dem Individuum jedoch nicht ohne Weiteres möglich; eine ← 199 | 200 → Sprachbiographie ist kognitiv lediglich als Erinnerung repräsentiert; als solche kann sie fragmentarisch oder sogar widersprüchlich sein. SprecherInnen ist die eigene Sprachbiographie also lediglich als erinnerte Geschichte zugänglich. Soll diese erinnerte Sprachbiographie zum...

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