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Österreichische Landesausstellungen

Entstehung, Funktion & regionale Bedeutung

Regina Stein

Nahezu jeder in Österreich kennt sie: Landesausstellungen. Doch weshalb und durch wen werden sie organisiert und was macht sie so besonders? Seit wann und an welchen Orten finden Landesausstellungen statt und welchen Nutzen bringen sie in der Peripherie? Auf welche Weise verändern sie Blickwinkel – und sind Landesausstellungen heute nicht eigentlich überholt?

Diesen und anderen Fragen geht die Autorin in ihrer Studie nach: Sie befragt Ausstellungskuratoren und Kulturpolitiker, Architekten und Gestalter, Denkmalpfleger und Tourismusplaner, recherchiert auf Burgen, in Museen, Archiven, Klöstern, Kirchen, Gärten, Bergwerken und Kasematten – und stößt auf ein facettenreiches und buntes Bild lebendiger regionaler Identitäten, die zusammen eines ausmachen: das Kulturland Österreich.

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E. Dezentralisierung – Region und Kultur im Fokus

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Der in den vorausgegangenen Kapiteln beschriebene, grundlegend Identität stiftende Charakter der Landesausstellungen diente in den ersten Jahrzehnten der neuen, der Zweiten Republik zur Stärkung des Bewusstseins der Bundesländer, zur Betonung der Regionen in Abgrenzung von Wien und zu einer Ausbildung kulturellen Selbstbewusstseins als „Existenzgrundlage“ und Legitimation der Bundesländer. Dem Ansiedeln der ersten Landesausstellungen in den zentralen Landeshauptstädten der Länder wie Graz oder Innsbruck folgte nun ein Herausgehen in die Region. Die Kultur „von der Stadt auf’s Land zu tragen“ rückte in den Fokus und wurde wichtiger Teil regionaler Kulturpolitik. Es kam zu einer Ausweitung des thematischen Blicks bei Landesausstellungen bis hin zu die Grenzen des eigenen Bundeslandes überschreitenden „Kulturregionen“. Mit der Dezentralisierung aus der Landeshauptstadt heraus erfolgte ein Auslagern der Ausstellungsstätten und ein Verteilen der Landesausstellung auf mehrere umgebende Orte. Kennzeichnend ist jedoch zumeist (etwa wie bei der oberösterreichischen Landesausstellung „Land der Hämmer“, 1998), dass es einen Hauptveranstaltungsort bzw. eine Hauptausstellung gibt, an die die anderen Ausstellungen oder Ausstellungsteile thematisch angebunden werden. Exemplarisch wird die Dezentralisierung nun zunächst anhand der Entwicklung in der Steiermark beschrieben, da sie sich hier als besonders charakteristisch zeigt. Aber auch die anderen Bundesländer weisen entsprechende Tendenzen auf.

Kulturpolitik sollte Verantwortung über die Tagespolitik hinaus übernehmen, Wissen nicht mehr zentralisiert sondern durch Dezentralisierung verbreitet werden. Bei Landesausstellungen zeigte sich dies sowohl räumlich wie thematisch in einer Ausweitung in die Regionen und im Versuch, diese als ländliche Kultur in...

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