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Akten des XIII. Internationalen Germanistenkongresses Shanghai 2015 – Germanistik zwischen Tradition und Innovation

Band 4

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Edited By Jianhua Zhu, Jin Zhao and Michael Szurawitzki

Der Band dokumentiert Sektionen aus dem Bereich Sprachdidaktik und Sprachvermittlung des Kongresses der Internationalen Vereinigung für Germanistik (IVG) in Shanghai 2015. Er beginnt mit der Sektion «Qualifizierung von DaF-Lehrkräften weltweit», darauf folgt die Sektion «Germanistische Qualifikationen weltweit: Curricula und Berufsbilder von AuslandsgermanistInnen». Die Sektion «Phonetik und Phonologie Deutsch als Fremdsprache» beschließt den Band.

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Gesprochene Sprache rhythmisch versilbt

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1. Segmentalia und Suprasegmentalia

Der Erwerb einer segmental und prosodisch stark andersartigen Sprache als der eigenen Muttersprache ist nie einfach. Muttersprachliche Interferenz ist ein zu erwartendes Phänomen. „Auf der suprasegmentalen Ebene kann sich phonologischer Transfer unter anderem durch die Übertragung der erstsprachlichen Silbenstruktur auf die L2 ausdrücken“.1 Dies kann für die Verstehbarkeit von Sprechakten beim muttersprachlichen Gesprächspartner weitreichende Konsequenzen haben:

Deutsche Muttersprachler sind daran gewöhnt, dass nur lexikalische (sinntragende) Silben in Äußerungen hervorgehoben werden und orientieren sich beim Hören an diesen Silben. Deutschlernende, deren Muttersprache keine Silbenreduktion in unakzentuierten Positionen beinhaltet, tendieren dazu, unakzentuierte Silben unreduziert und mit Vollvokal auszusprechen, was eine negative Wirkung auf die Verständlichkeit für Muttersprachler hat.2

2. Japanische Lerner

Beim Japanischen handelt es sich um eine solche Sprache, die keine oder kaum Silbenreduktion in nicht akzentuierten Umgebungen kennt. Für japanische Lernende des Deutschen gilt es deshalb, gleich eine Vielzahl von Schwierigkeiten zu meistern:

Sprachliche Faktoren üben hinsichtlich des Ausspracheerwerbs einen außerordentlich großen Einfluss aus: Das Japanische führt auf Grund von Systeminterferenzen zu voraussagbaren, erwartbaren Ausspracheschwierigkeiten im Deutschen. Da Japanisch und Deutsch aus phonologischer und phonetischer Sicht relativ weit auseinander liegen, sind diese Interferenzen größer und langlebiger als z. B. bei Deutschlernenden aus dem europäischen Sprachraum. Bei japanischen Deutschlernenden betrifft das vor allem den Rhythmus (inklusive Wort- und Wortgruppenakzentuierung), die Länge (und Span←241 | 242→nung), die Rundung...

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