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Akten des XIII. Internationalen Germanistenkongresses Shanghai 2015 -Germanistik zwischen Tradition und Innovation

Band 7

Series:

Jianhua Zhu, Michael Szurawitzki and Jin Zhao

Der Band dokumentiert die Sektionen aus dem Bereich Kulturwissenschaften auf dem IVG-Kongress 2015. Er beginnt mit der Sektion «Kulinaristik: Kultur – Kommunikation – Küche». Darauf folgt die Sektion «Begegnungen zwischen den deutschsprachigen Ländern und Asien», bevor die Sektion «Kulturdifferente Lehr- und Lernstile, nationalspezifische Wissenstraditionen und interdisziplinäre Methoden – wohin führt der Weg einer Germanistik als Fremdkulturwissenschaft?» dokumentiert wird. Die Sektion «Interkulturalität (in) der Wissenschaft» beschließt den Band.

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Kommunikationsoptimierung im interkulturellen (konstruktivistischen) Lernprozess (Maria A. Marchwacka)

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Maria A. Marchwacka (Paderborn, Deutschland)

Kommunikationsoptimierung im interkulturellen (konstruktivistischen) Lernprozess

„Nimmt man Völkerverständigung ernst, so muss man auch fremde Mentalitäten und Verhaltensweisen verstehen lernen.“ (Els Oksaar)

1. Verständigungsprozess im interkulturellen Lernen

Verständigungsprozess im Fremdsprachenerwerb kann als Schlüsselkomponente der interkulturellen Kommunikation betrachtet werden, der die lexikalisch-phonetisch-grammatischen Kenntnisse der Fremdsprache voraussetzt – darunter die Konnotation der kulturspezifischen Begriffe impliziert –, den Sinn und Intention der Aussage einer Nachricht sowie die Beweggründe erfasst und das Verständnis für die Andersartigkeit erfordert. Insofern kann Spracherwerb als kulturelles Lernen betrachtet werden:

Man lernt die Wirklichkeit zu erfassen und zu strukturieren, und man lernt die Fähigkeit, in einer Interaktionssituation verbale, nonverbale und extraverbale Handlungen zu vollziehen und zu interpretieren, gemäß den soziokulturellen und soziopsychologischen Regeln der Gruppe – und man lernt die interaktionale Kompetenz. (Oksaar 1984, S. 249)

Der interkulturelle Lernprozess setzt kognitive sowie affektive und handlungsbezogene Kompetenzen (interkulturelle Kompetenz) voraus, die in dem Fremdsprachenerwerb im Sinne Kommunikationsoptimierung zu fokussieren sind.

2. Kulturelles Wissen und interkulturelle Kompetenz

Begegnungen zwischen Kulturen1 sind durch eigene oder tradierte Vorerfahrungen (kollektives Wissen) „Fremdbilder“ mitgeprägt. Thomas subsumiert unter Kultur ein tradierbares Bedeutungssystem, das dem Menschen Orientierung bei seiner Lebensbewältigung bietet, unser Wahrnehmen, Denken und Handeln←245 | 246→ prägt und die Zugehörigkeit zur Gesellschaft definiert (Thomas 1993, S. 380). Heringer fasst Kultur als Produkt der Performanz auf, das auf gemeinsamem menschlichen Handeln basiert und kollektives Wissen...

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