Show Less
Restricted access

Migration in Theologie und Kunst

Transdisziplinäre Annäherungen

Series:

Edited By Hanjo Sauer and Julia Allerstorfer

Die Beiträge untersuchen disziplinübergreifend das Phänomen Migration. Die AutorInnen betrachten Migration als ein konstitutives Element der Menschheitsgeschichte und als globales Zukunftsthema. Spätestens seit Beginn der Flüchtlingswelle aus Syrien nach Europa und auch Österreich in den Sommermonaten 2015 ist diese Thematik integraler Bestandteil medialer, politischer und öffentlicher Kontroversen. Migration ist kein modernes Phänomen. Wanderungsprozesse aufgrund existenzieller Bedrohungen oder Hoffnung auf bessere Lebensbedingungen anderswo hat es immer gegeben. Die BeiträgerInnen diskutieren Migration aus den Perspektiven der Theologie, Philosophie und der Kunstwissenschaft. Die Bandbreite der Sujets reicht hierbei von alttestamentarischen Bibelstellen bis hin zum Europa der Neuzeit, über Kolonialismus, Imperialismus und Globalisierung. Aus kunstwissenschaftlicher Perspektive wird der Migrationsbegriff hinsichtlich unterschiedlicher Epochen und Kunstgattungen aufbereitet.

Show Summary Details
Restricted access

Migration im Kontext zeitgenössischer Kunst (Andrea Hörndler)

Extract

Andrea Hörndler

Migration im Kontext zeitgenössischer Kunst

Wir leben in einer Welt, die sich durch soziale Vernetzung immer weiter in die Richtung einer globalen Kultur entwickelt. Bestimmte Segmente nehmen weltumspannende Formen an, Gesellschaften vermischen sich und bilden die Grundlage für eine transkulturelle Gemeinschaft. Um eine Sichtweise auf den Begriff der Transkulturalität im Diskurs der Globalisierungsforschung darzustellen, beziehe ich mich auf den deutschen Philosophen Wolfgang Welsch. Dieser beschreibt den Menschen als ein kulturelles, in eine ethnische Umgebung eingefügtes Wesen. Geographische Verortung und territoriale Ab- und Eingrenzung stehen in untrennbaren Zusammenhang mit dem Menschsein an sich. Aktuelle Entwicklungen, wie die der globalen Vermischung der Kulturen, sind geprägt von Migrations- und Wanderungsströmen und lassen ein abgegrenztes Denken kaum zu. Die Struktur der Transkulturalität weist als Grundlage eine Vermengung differenter Lebensformen auf, die sich letztlich in einer hybriden Globalkultur auswirken – ein unabhängiges, voneinander getrenntes Nebeneinander wird ausgeschlossen.1 Das zentrale Anliegen meines Artikels ist es, künstlerische Positionen zu diskutieren, die sich mit globaler Migration, dem Phänomen der Transkulturalität und ihren Spannungsfeldern auseinandersetzen. Der Beitrag gliedert sich in drei Abschnitte: (1) Die künstlerische Beschäftigung mit dem Fremden, (2) Die Symbolik der Grenzziehung und (3) Die sozialkritische Betrachtung politischer Themen.

1. Die künstlerische Beschäftigung mit dem Fremden

Der Terminus des Fremden ist ein weiter Begriff. Um diesen zu definieren, ist es notwendig, das Ich-Bewusstsein näher zu bestimmen – erst dadurch ist die personal...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.