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Literarische Erinnerung an den Ersten Weltkrieg in Regionen Mitteleuropas

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Edited By Maria Gierlak, Malgorzata Klentak-Zablocka and Thorsten Unger

In verschiedenen Regionen Mitteleuropas bewirkte der Erste Weltkrieg eine Umwälzung größten Ausmaßes. Das Buch geht der Frage nach, wie sich der Erste Weltkrieg im kulturellen Gedächtnis dieser Regionen niederschlägt. Zu der Erfahrung der hier lebenden Menschen verschiedener Nationalitäten gehörte unter anderem, dass sie oft zwischen den Fronten standen oder gezwungen wurden, als Soldaten bei fremden Truppen zu kämpfen. Neben belletristischen Texten und Dichtung im engeren Sinne untersuchen die Autorinnen und Autoren auch Dokumente, Ego-Zeugnisse und Artefakte der materiellen Kultur als Träger der kollektiven Erinnerung.

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Die Stadt Thorn und der Erste Weltkrieg (Maria Adamiak)

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Maria Adamiak (Toruń)

Die Stadt Thorn und der Erste Weltkrieg

Die Grenz- und Festungsstadt Thorn hatte dieselben Kriegsprobleme wie andere Städte im Kaiserreich: viele verwaiste Familien, Knappheit an Nahrungsmitteln und Heizmaterial, Verarmung; hinzu kamen aber die sich zuspitzenden deutsch-polnischen Konflikte in der ethnisch gemischten Stadt. Im Kriegsergebnis erfolgte die Übergabe Thorns an Polen.

Schlüsselbegriffe: Erster Weltkrieg; Grenzstadt Thorn; Festung; deutsche und polnische Stadtbewohner; Friedensvertrag von Versailles

Einleitung: Vor dem Krieg

Für Thorn als Garnisonstadt war alles, was mit dem Militär zusammenhing, schon lange vor 1914 von höchster Bedeutung. Thorn war aber keine gewöhnliche, durchschnittliche Garnisonstadt: Sie lag in einem strategisch sehr wichtigen Gebiet, im südlichsten Teil der Provinz Westpreußen, wo ein paar Kilometer östlich der Stadt, den Fluss Drewenz entlang, die Staatsgrenze zum Russischen Reich verlief. Es handelte sich also um eine Grenzstadt, und die große Festung, die sich hier befand, zeugte deutlich von der Bedeutung, die die militärische Führung des Reiches diesem Ort beimaß. Thorn war zwar immer schon eine befestigte Stadt gewesen, aber die jüngsten Befestigungsanlagen, die hauptsächlich in den Jahren 1878–1892 mit großem Aufwand unter Einsatz von französischen Kriegsgefangenen und mit französischen Kontributionsgeldern errichtet worden waren (ein Gürtel von starken Einzelforts rings um die Stadt, etwa 3 km von ihr entfernt), zeichneten sich durch eine hohe Anzahl von Festungsobjekten und besondere Widerstandsfähigkeit aus. Sie...

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