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Übersetzungskritisches Handeln

Modelle und Fallstudien

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Edited By Beate Sommerfeld, Karolina Kęsicka, Małgorzata Korycińska-Wegner and Anna Fimiak-Chwiłkowska

Die in diesem Buch versammelten Beiträge gehen der Frage nach einem zuverlässigen Maßstab für die sachgerechte Bewertung übersetzerischer Leistungen nach. Angesichts des sich in neuerer Zeit anbahnenden Wandels der Übersetzungslandschaft und in der sich als heterogene Theorielandschaft darbietenden Übersetzungskritik überprüfen die Autoren, inwiefern übersetzungskritische Modelle zur Qualitätssteigerung von Übersetzungen beitragen. Sie analysieren übersetzungskritische Ansätze aus der Perspektive des konkreten Übersetzungsfalls und heben dabei die Übersetzungskritik als ein komplexes Handlungsgefüge hervor.

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Substantialistische Übersetzung als humanistische Praxis. Zu Hölderlins Arbeit an Sophokles (Björn Freter)

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Björn Freter (Berlin)

Substantialistische Übersetzung als humanistische Praxis. Zu Hölderlins Arbeit an Sophokles

Abstract: Hölderlins Übersetzungen des Sophokles sind philologisch betrachtet ein Desaster. Gründe dafür mögen in korrupten Textvorlagen, einer beschränkten Kenntnis des Griechischen etc. liegen. Das eigentlich Bedeutsame der Übersetzungen besteht darin, dass Hölderlin nicht aus dem Griechischen ins Deutsche, sondern aus dem Vergangenen ins Heute übersetzen wollte. Seine Tragödientheorie, die genau betrachtet eine spekulative Anthropologie ist, erkennt in allen Zeiten das Problem des begrenzten Menschen vor dem Unbegrenzten. Zu diesem Problem muss der Mensch sich verhalten. Hölderlins substantialistische Übersetzungen wollen dem Zeitgenossen bei dieser existentiellen Selbstbestimmung helfen, sie setzen den überzeitlichen Wesenskern, aus der Sprache alter Zeit in die der neuen Zeit, über.

Schlüsselwörter: Friedrich Hölderlin, Sophokles, substantialistische Übertragung, Humanismus

Substantialistic Translation as humanistic practice. On Hölderlins work on Sophocles

From a philological perspective, Hölderlin’s translations of Sophocles are a disaster. The reasons for this could be corrupt original texts, limited knowledge of Greek etc. The true significance of the translations lies in the fact that Hölderlin did not primarily intend to translate from Greek into German, but indeed from the past into the present. His tragedy theory, which, when viewed in detail, constitutes a speculative anthropology, recognises the problem found throughout the ages that man is faced with the unlimited while being limited in his nature. Man must deal with this...

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