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Gott bleibt Israel treu

Die Bundesbeziehung Gottes zu Israel im Sinaibund als Argumentationsgrundlage in Römer 9–11

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Benjamin Lange

Die Kapitel 9–11 des Römerbriefes sind für die Frage nach der Bedeutung Israels im Neuen Testament von zentraler Bedeutung. In welcher Weise Paulus dabei das Alte Testament verwendet, ist in der Forschung jedoch umstritten. In dieser Studie wird anhand der Zitate aus dem Kontext des Sinaibundes untersucht, inwieweit Paulus auf die alttestamentlichen Aussagen zur Bundesbeziehung Gottes zu Israel zurückgreift. Dazu wird die Bundesbeziehung in ihrem alttestamentlichen Kontext, ihrer Rezeption im Frühjudentum und schließlich in ihrer argumentativen Funktion in Röm 9–11 analysiert. Es zeigt sich, dass die alttestamentlichen Kernaussagen zur Bundesbeziehung Paulus weitreichend geprägt haben und wesentlich der Überzeugung sind, dass Gott Israel nicht verstoßen hat.

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6. Die Zukunft der Bundesbeziehung Israels in Leviticus und Deuteronomium

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6. Die Zukunft der Bundesbeziehung Israels in Leviticus und Deuteronomium

Mit dem in Ex 19 beginnenden Sinai-Aufenthalt eröffnet sich ein Erzählkomplex, der bis Num 10,13 reicht (Dohmen 2004, 42; Seebass 2009, 48). Dieser Komplex wird auch als „Sinaiperikope“ bezeichnet (Dohmen 2004, 42). Dieser umfasst das ganze Buch Leviticus, das bis auf Lev 9–10 vollständig aus Gottesrede besteht und damit den Bundesinhalt beschreibt. Einen besonderen Teil bildet dabei jedoch das Kapitel Lev 26, das parallel zum Abschluss des Deuteronomius Segen und Fluch bei Gehorsam bzw. Ungehorsam den Bundesstipulationen gegenüber beschreibt. Nach dem Ende der Sinaiperikope beschreibt Num 10,14–36,13 einen größtenteils narrativen Teil, der in Entsprechung zur Reise von Ägypten zum Sinai in Ex 13,17–18,27 die Reise vom Sinai in die Ebenen Moabs beschreibt. Das Buch Deuteronomium setzt zwar nahtlos an diese Beschreibung an, bildet jedoch durch seine sorgfältige Komposition einen in sich geschlossenes Werk, das die Struktur eines Bundesdokumentes aufweist (Egelkraut 2012, 270–272; Zenger & Frevel 2012, 77.167–168). In Dtn 4 sowie Dtn 28–32 findet sich ein stark mit Lev 26 korrespondierender Ausblick auf die zukünftige Entwicklung der Bundesbeziehung Israels, die auf dem in Ex 32–34 dargestellten Paradigma des Bundesbruchs und anschließender Wiederherstellung durch die Gnade und Barmherzigkeit Gottes beruht. Die in Ex 32–34 geschilderte Abfolge Bundesbruch – Bundesfluch – Wiederherstellung wird dabei zum Geschichtsparadigma für die weitere Entwicklung der Bundesbeziehung Israels. Aus kanonischer Perspektive ist damit bereits keimhaft...

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