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Neue Wege zur Verbvalenz I

Theoretische und methodologische Grundlagen

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Maria José Domínguez Vázquez, Ulrich Engel and Gemma Paredes Suárez

Dieses Buch bietet einen Gesamtüberblick über die Entwicklung der Dependenz- und Valenzgrammatik sowie des Valenzbegriffes. Veranschaulicht am Sprachenpaar Deutsch-Spanisch eröffnet es neuartige Wege zur Beschreibung der Verbvalenz. Besonderen Eingang finden die unterschiedlichen Ansätze im Rahmen der Valenzgrammatik, der Zusammenhang zwischen der Valenztheorie und anderen Theorien, die häufig genannten Beschreibungsgrenzen der Valenztheorie und die damit zusammenhängenden Missverständnisse. Neben der kontrastiven Darstellung der Verbvalenz unter Berücksichtigung lexikographischer und grammatischer Aspekte erläutern die Autoren das lexikographische Verfahren, das der Erstellung des «Verbvalenzlexikons Deutsch-Spanisch» im zweiten Band zugrunde liegt.

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3. Valenz

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3. Valenz

3.1. Tesnière

Die Frage nach dem Valenzbegriff muss gestellt werden.

Ursprünglich war dieser Begriff in der Chemie heimisch; er wurde in der Regel mit „Wertigkeit“ verdeutscht. Gemeint war die Eigenschaft chemischer Elemente, eine bestimmte Anzahl anderer Elemente mit jeweils spezifischen Eigenschaften an sich zu binden. So erweist sich das Element Schwefel (S) unter Anderem als sechswertig, weil es in der Formel H2SO4 (für die Schwefelsäure) zwei Wasserstoff- und zwei Sauerstoffatome (die selbst zweiwertig sind) an sich bindet.

Dieser naturwissenschaftliche Begriff wurde von dem Franzosen Lucien Tesnière in die Sprachwissenschaft übernommen. Wann diese Übernahme exakt vollzogen wurde, lässt sich nicht mehr feststellen. Der polyglotte Tesnière, der im ersten Weltkrieg einige Zeit in deutscher Kriegsgefangenschaft verbrachte, hat wohl schon damals seine grundlegenden Ideen entwickelt. In gedruckter Form erschienen sie erstmals 1953 in seiner „Esquisse d’une syntaxe structurale“; ausführlich beschrieben finden sie sich in seinem Hauptwerk2, das erst postum im Jahr 1959 veröffentlicht werden konnte. Darin wird der Valenzbegriff konkret auf den Satz und hier wieder auf das Verb als Zentrum des Satzes angewandt.

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