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Nachhaltigkeit der Staatsverschuldung

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Reinhard Neck and Robert Holzmann

Gegenstand dieses Buchs ist die Frage, wie die Budgetpolitik gestaltet werden soll, um eine nachhaltige Entwicklung der Staatsverschuldung zu gewährleisten. Die Beiträge berücksichtigen dabei sowohl kurz- und mittelfristige konjunkturelle Auswirkungen von Staatsschulden wie Wachstumseffekte. Einen Schwerpunkt bilden die Probleme in der Eurozone, die durch die Staatsschuldenkrise im Gefolge der Großen Rezession besonders betroffen war. Neben Untersuchungen zu den institutionellen Besonderheiten des Euroraums zeigen die in diesem Buch enthaltenen Länderstudien, wie man testen kann, ob Entwicklungspfade der Staatsverschuldung nachhaltig sind, und welchen Herausforderungen sich die nationalen budgetpolitischen Entscheidungsträger bei der Sicherung der Nachhaltigkeit gegenüberstehen.

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10 Fiskalpolitische Strategien in Großbritannien nach der Ära Thatcher: eine Interpretation (Andrew Hughes Hallett)

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Andrew Hughes Hallett

Kapitel 10Fiskalpolitische Strategien in Großbritannien nach der Ära Thatcher: eine Interpretation

10.1 Einleitung: die britische Fiskalpolitik bis 2004

Die britische Fiskalpolitik hat sich stark verändert seit den Tagen, in denen sie versuchte, die gesamtwirtschaftliche Nachfrage auf Mikroebene mit einer akkommodierenden Geldpolitik in den 1960er und 1970er Jahren zu steuern, und den 1980er Jahren, als sie zwar passiv, aber darauf ausgerichtet war, die angebotsseitigen Reaktionen der Volkswirtschaft zu stärken, während die Geldpolitik geringe Inflation und stabiles Wachstum aktiv als Ziele verfolgte.

Die 1990er Jahre waren durch eine aktivere Fiskalpolitik gekennzeichnet, wobei die Maßnahmen ausschließlich in Zusammenhang mit einer gleichermaßen aktiven, auf Inflationssteuerung und einer unabhängigen Zentralbank beruhenden Geldpolitik konzipiert wurden. Sie sind im Wesentlichen darauf ausgelegt, eine Reihe von mittel- bis langfristigen Zielen zu erfüllen – niedriger Schuldenstand, die Bereitstellung öffentlicher Dienstleistungen und Investitionen, soziale Gerechtigkeit und wirtschaftliche Effizienz. Die einkommensstabilisierenden Aspekte der Fiskalpolitik wurden daher passiv belassen, um über die automatischen Stabilisatoren, die Teil jedes fiskalpolitischen Systems sind, zu wirken, während der diskretionäre Teil (das Gros an wirtschaftspolitischen Maßnahmen) auf das Erreichen dieser langfristigen Ziele ausgerichtet ist – einschließlich ausgeglichenen Budgets (exklusive öffentlicher Investitionsprojekte) über den gesamten Konjunkturzyklus. Die Geldpolitik soll sich unterdessen allfälliger kurzfristiger Stabilisierung innerhalb der Konjunktur über das hinaus widmen, was die automatischen Stabilisatoren der Prognose nach auffangen sollten.1←261 | 262→

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