Show Less
Restricted access

Handelsbilanzielle und körperschaftsteuerliche Aspekte der Sitzverlegung einer Europäischen Aktiengesellschaft (SE)

Profili contabili e fiscali (dell’IRES) del trasferimento di sede di una Società Europea (SE)

Series:

Gudrun Dorothea von der Laage

Bei der grenzüberschreitenden Sitzverlegung der Europäischen Aktiengesellschaft (Societas Europaea – SE) wechselt das anwendbare Handelsbilanz- und Steuerrecht. Das Buch erörtert die sich dabei ergebenden Probleme beispielhaft an einer Sitzverlegung zwischen Deutschland und Italien. Bilanziell unterscheiden sich beide Rechtsordnungen sowohl im nationalen Bilanzrecht als auch in der Anwendung der IFRS, so dass die Frage aufkommt, wie der Wechsel zwischen den Bilanzierungsvorschriften europarechtlich erfolgen sollte. Steuerrechtlich wird die sogenannte «exit tax» Deutschlands und Italiens untersucht, die auch nach dem EuGH-Urteil «National Grid Indus» nicht abschließend geklärt ist. Hierbei erarbeitet die Autorin eine Systematik, bei der die Symmetrie zwischen Wegzug und Zuzug im Vordergrund steht.

Show Summary Details
Restricted access

Kapitel 1 – Einführung in die Thematik und ihre gesellschaftsrechtliche Einbettung

Extract



A.    Die europäische Gesellschaftsrechtsform „Societas Europaea“ (SE)

Die Vorstellung von einem vereinten Europa wird durch die weiterhin spürbare Finanzkrise mehr denn je in Frage gestellt.1 Ein anschauliches Beispiel dafür, wie schwierig sich gemeinsame Projekte unter den Mitgliedstaaten gestalten können, ist die Europäische Aktiengesellschaft. An ihrer Entstehungsgeschichte zeigt sich aber auch, dass die Mitgliedstaaten dennoch eine gemeinsame Grundvorstellung haben, wodurch Kompromisslösungen möglich werden:

Die Idee zur Schaffung einer von mehreren Staaten anerkannten Gesellschaftsform kam sehr früh auf, war jedoch rechtspolitisch zunächst nicht umsetzbar. Erst mit dem Ausbau des europäischen Binnenmarktes und der damit einhergehenden Harmonisierung der nationalen Gesellschaftsrechte konnte eine reelle Hoffnung für eine entsprechende Gesellschaftsform entstehen.2 Dennoch war es zunächst nicht möglich, unter den Mitgliedstaaten einen Konsens in Bezug auf detaillierte Einzelregelungen für die europäische Gesellschaftsform zu erlangen. Es wurden daher aus den ersten Entwürfen immer mehr Regelungen gestrichen und letzten Endes nur noch ein „Rahmenkonzept“ hervorgebracht.

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.