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Die Zukunft der Mehrsprachigkeit im deutschen Bildungssystem: Russisch und Türkisch im Fokus

Cemal Yıldız, Nathalie Topaj, Reyhan Thomas and Insa Gülzow

Etwa die Hälfte der Menschen weltweit ist mehrsprachig und auch in Deutschland verwenden rund zwanzig Prozent der Einwohner neben Deutsch noch eine weitere Familiensprache, meist Russisch und Türkisch.

Die Tagung «Die Zukunft der Mehrsprachigkeit im deutschen Bildungssystem: Russisch und Türkisch im Fokus» hatte zum Ziel, einen Beitrag zur gegenwärtigen Forschung und Praxis des Türkischen und des Russischen im Bildungskontext zu liefern. Außerdem sollte der Austausch zwischen Experten aus der Mehrsprachigkeitsforschung, aus Bildungseinrichtungen, der Bildungspolitik und Migrantenverbänden gefördert werden. Der Tagungsband enthält Beiträge von internationalen Experten auf dem Gebiet sowie die gemeinsamen Pressemitteilungen der Veranstalter und das im Rahmen der Tagung entstandene «Berlin-Brandenburger Positionspapier zur Mehrsprachigkeit im deutschen Bildungssystem».

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Vorwort

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Mehrsprachigkeit bringt viele Vorteile mit sich und ist eine große Ressource für die heutige Gesellschaft. Obwohl etwa die Hälfte der Menschen weltweit mehrsprachig ist und auch in Deutschland die Zahl mehrsprachiger Bürger stetig anwächst (Bundesministerium des Innern 2012; Bettge und Oberwöhrmann 2013), wird Mehrsprachigkeit häufig noch nicht als Chance gesehen, sondern als Hindernis auf dem Weg zur erfolgreichen gesellschaftlichen Integration. Dabei bringt Mehrsprachigkeit viele Vorteile mit sich (vgl. Baker 2001; Bialystok 2001, 2004; Tracy 2008; u.a.). Mindestens drei Sprachen zu sprechen ist eines der bildungspolitischen Leitziele der Europäischen Union und die Unterstützung der mehrsprachigen Sprachentwicklung bietet eine solide Basis für die weitere Lebensbahn.

Rund zwanzig Prozent der Einwohner Deutschlands verwenden in ihrer Familie neben Deutsch noch eine weitere Familiensprache. So wachsen in Deutschland hunderttausende Kinder mehrsprachig auf. Der Anteil der Menschen, die in ihrem Alltag neben Deutsch das Russische und das Türkische verwenden, ist dabei am höchsten (Gagarina 2014; Bericht der KMK und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung „Bildung in Deutschland“ 2016: 167).

Die deutschen Bildungsinstitutionen haben nur zögerlich auf die Tatsache reagiert, dass mehr und mehr Kinder mehrsprachig aufwachsen. Auch wenn es hier und da bilinguale Kindergärten und Schulen gibt, sind bilingualer Unterricht, der die in Deutschland gesprochenen Sprachen mit einbezieht und der Herkunftssprachenunterricht bundesweit nach wie vor Marginalien. Dabei ist der Bedarf deutlich größer als das Angebot und natürlich nicht auf die beiden Sprachen...

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