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Rechtliche Grundlagen und normzweckadäquate Unternehmensbewertung bei Kapitalgesellschaften

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Christina Schröter

Dieses Buch ​widmet sich Rechtsfragen der Unternehmensbewertung. Hierzu gibt die Autorin zunächst einen Überblick über die diversen Unternehmensbewertungsanlässe und Bewertungsverfahren. Ferner stellt sie die Entwicklung der Unternehmensbewertung in der Rechtsprechung dar. Schließlich untersucht sie anhand von zwei Bewertungsanlässen, ob es eine allgemeingültige, für alle Bewertungsanlässe geeignete Bewertungsmethode gibt. Die Autorin kommt zu dem Ergebnis, dass es eine solche Bewertungsmethode nicht gibt. Stattdessen ​lasse sich für jeden Bewertungsanlass eine «richtige» Bewertungsmethode festlegen, die dem jeweiligen Normzweck am besten gerecht ​werde.

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§ 4 Anwendbarkeit einer einheitlichen Bewertungsmethode bei verschiedenen Bewertungsanlässen

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§ 4  Anwendbarkeit einer einheitlichen Bewertungsmethode bei verschiedenen Bewertungsanlässen

Die herrschende funktionale Bewertungslehre geht von der Zweckbezogenheit der Unternehmensbewertung aus. Nur eine Bewertungsmethode, die dem Zweck des jeweiligen Bewertungsanlasses und dem jeweiligen Bewertungsziel – Ermittlung eines objektiven oder eines subjektiven Werts – gerecht wird, kann als eine geeignete Bewertungsmethode angesehen werden. Das Recht, auch wenn eine ausdrückliche Regelung fehlen mag, nimmt somit direkt oder indirekt Einfluss auf die anzuwendende Bewertungsmethode.780 Der Zweck des Bewertungsanlasses ist somit entscheidend für die Ermittlung des Bewertungsziels und hieran anknüpfend für die Auswahl der „richtigen“ Bewertungsmethode. Ist Ziel der Unternehmensbewertung eine objektive Bewertung, kommen nur Bewertungsmethoden in Betracht, die möglichst frei von subjektiven Elementen sind. Ist Ziel hingegen eine subjektive Bewertung, scheiden für die Bewertung die objektiv geprägten Bewertungsmethoden aus. Vor dem Hintergrund des Bewertungszwecks und des Bewertungsziels kann somit zwischen richtigen und falschen Bewertungsmethoden unterschieden werden.781

Dementsprechend soll im Folgenden anhand zweier Beispiele aus dem Bereich des Kapitalgesellschaftsrechts herausgearbeitet werden, was jeweils Schutzzweck des jeweiligen Bewertungsanlasses ist bzw. wessen Schutz der jeweilige Bewertungsanlass jeweils dient. Basierend hierauf soll zunächst ermittelt werden, welche Auswirkungen der ermittelte Schutzzweck auf den der Unternehmensbewertung zugrunde zu legenden Wertbegriff hat. Findet im Rahmen der verschiedenen Bewertungsanlässe jeweils der gleiche Wertbegriff Anwendung oder gibt es Unterschiede?

Anschließend soll anhand dieser Fallbeispiele überprüft werden, ob es eine einheitliche Bewertungsmethode, die gleichermaßen bei verschiedenen Bewertungsanlässen unter Berücksichtigung des jeweiligen Schutzzwecks...

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