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Wirklichkeit und Fremdheit in Erzähltexten des deutschen Realismus

Edited By Aihong Jiang and Uwe Japp

Die Beiträge dieses Buches untersuchen die Darstellung von «Wirklichkeit und Fremdheit» in Erzähltexten des deutschen Realismus. Im Hinblick auf diese Relation analysieren die Beiträger unter anderem Werke von Friedrich Hebbel, Gottfried Keller und Theodor Storm. Methodisch bilden die Beiträge ein weites Spektrum von hermeneutischen, sozialgeschichtlichen und narratologischen Ansätzen ab. Der Tagungsband berücksichtigt auch Ergebnisse der Alteritäts- und Genderforschung. Dieses Buch dokumentiert die Resultate einer in Beijing durchgeführten Tagung, an der chinesische und deutsche GermanistInnen beteiligt waren.

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Die Zwiespältigkeit eines Doppelgängers (Theodor Storm) (Yan Zhang)

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Yan Zhang

Die Zwiespältigkeit eines Doppelgängers (Theodor Storm)

Die Novelle Ein Doppelgänger entstand im Jahr 1880 und erschien in sechs Fortsetzungen vom 1. Oktober bis zum 15. Dezember 1886 in der Zeitschrift Deutsche Dichtung. Sie gehört zu Storms Spätwerk und unterscheidet sich insofern von Storms übrigem Novellenschaffen, als hier erstmals das Milieu des Arbeiters im Zentrum steht, unter der inhaltlichen Perspektive ein modernes Thema aufgegriffen wird. Dieses Werk kann als eine realistische Fallstudie betrachtet werden und dient als ein Beitrag zu den in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts aktuell gewordenen psychoanalytischen Forschungen.

Theodor Storm interessierte sich sehr für unheimliche Geschichten. Ein gutes Beispiel für diese Vorliebe dient das Neue Gespensterbuch – Beiträge zur Geschichte des Spuks. Dieses Manuskript enthält insgesamt 60 Stücke Geschichten, die er zwischen 1842 und 1848 geschrieben hat und die erst 1988 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden sind. Das Doppelgängermotiv kommt in einigen Geschichten vor. Storm hat sich gegenüber Gottfried Keller so geäußert, er glaube nicht an „Un- oder Uebernatürliches“, „wohl aber, daß das Natürliche, was nicht unter die alltäglichen Wahrnehmungen fällt, bei Weitem noch nicht erkannt“ sei.1

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