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Die Besteuerung deutscher Geschäftsaktivitäten im Libanon

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Toufic Schilling

Der Libanon bietet für deutsche Unternehmen vielfältige Geschäftsmöglichkeiten mit bislang nicht ausgeschöpftem Potential. Dies zum Anlass nehmend untersucht der Verfasser die ertragsteuerlichen Auswirkungen, die sich aus Geschäftsaktivitäten deutscher Unternehmungen im Libanon ergeben. Im Fokus stehen die sich vor allem aus Qualifikationskonflikten ergebenden Steuermehr- und Steuerminderbelastungen, dies insbesondere da der Libanon kein Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland abgeschlossen hat. Zudem ist das Land wegen fehlender Mitgliedschaft in der OECD nicht an deren steuerliche Vorgaben gebunden. Ausgewählte libanesische Gesellschaften unterzieht der Verfasser demgemäß einem steuerlichen Rechtstypenvergleich.

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Kapitel 1. Einführung

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A. Problemaufriss Bereits die Phönizier haben die Bedeutung des (heutigen) Libanon als Handels- zentrum erkannt und genutzt. Sowohl die geographische Lage als Einfallstor in Vorderasien als auch die klimatischen Bedingungen dürften hierbei eine we- sentliche Rolle gespielt haben. Neben der langen Tradition als Handelsnation florierte der Libanon, insbesondere nach der Unabhängigkeit von Frankreich im Jahre 1943, mit seinem Finanzwesen. Daher war der Libanon in den fünfziger und sechziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts einerseits als „Finanzzen- trum der arabischen Welt“1 und andererseits als „die Schweiz des Nahen Ostens“ bekannt. Letzterer Bezeichnung liegt neben der landschaftlichen Vergleichbar- keit mit der Schweiz vor allem eine gewisse Kongruenz mit dem schweizerischen Finanzsektor zugrunde. Durch den anschließenden Bürgerkrieg von 1975 bis 1990 büßte der Libanon insgesamt an Attraktivität ein. Hinzu kamen die anhal- tenden Spannungen mit dem südlich angrenzenden Nachbarstaat Israel.2 Eine entscheidende Wende scheint der sogenannte „Julikrieg“ gebracht zu haben, bei dem Israel den Libanon im Juli 2006 angriff und einen immensen wirtschaftli- chen Schaden verursachte. Seitdem verzeichnet die Wirtschaftskraft des Landes ein konstant hohes reales Wachstum.3 Trotz der weltweiten Rezession und der innerpolitischen Spannungen betrug das Wachstum in den Jahren 2007 bis 2010 zwischen 7 und 9 %.4 Die Ursache des Wachstums wird mitunter in der Stabilität sowie Liquidität des libanesischen Bankensektors verortet.5 Für die deutsche Wirtschaft ist der Libanon ein vergleichbar kleiner, aber doch interessanter Exportmarkt.6 Dem liegt wohl der Umstand zugrunde, dass das ursprünglich als Brandmarkung geplante...

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