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Französisch in Afrika – Französisch in Frankreich

Kontrastive Untersuchungen zu festen Wendungen

Ragna Brands

Die Autorin betrachtet die französische Sprache in frankophonen Zeitungen südlich der Sahara (Subsahara-Afrika) im Vergleich zu der französischen Sprache hexagonaler Zeitungen (Frankreich). Im Fokus der Untersuchung liegen feste Wendungstypen Funktionsverbgefüge, Redewendungen und Sprichwörter. Das Buch führt die Ergebnisse verschiedenster Forschungsarbeiten zusammen und führt diese weiter aus. Die Autorin analysiert nicht nur wie wechselseitige Beziehungen und Verhältnisse feste Wendungen beeinflussen, sondern betrachtet auch die Ursache hierfür. Ergebnis dieses umgreifenden quantitativ-statistischen und qualitativen Untersuchungsansatzes ist, dass die afrikanische Pressesprache im Unterschied zur hexagonalen Pressesprache feste Wendungen sowohl stärker modifiziert als auch breiter ausdifferenziert.

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5 Redewendungen

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Redewendungen sind vornehmlich Ausdrucksformeln der mündlichen Kommunikation. Sie gleichen vorgefertigten Bauteilen, die uns – bald lang und breit, bald kurz und bündig – seit Adams Zeiten begleiten und, richtig platziert, wie die Faust aufs Auge passen bzw. ins Schwarze treffen. Sie sind, so sicher wie das Amen in der Kirche, das A und O lebendiger Sprache.

Unsere Sprache kennt ein großes Repertoire an Redewendungen. Diese Wortgruppe soll in den folgenden Kapiteln einer genaueren Untersuchung unterzogen werden, weil sie in den vorherigen Kapiteln ein großes Spektrum an Varianten aufgewiesen hat: Von den in Kapitel 4 aufgeführten Wendungen mit qualitativem Unterscheidungsmerkmal, die man mithilfe der FV faire, donner, mettre und rendre findet – bzw. mithilfe der Verbindungen, die diese FV mit den Nomen rechts von ihnen eingehen – sind 19 Redewendungen und lediglich acht FVG. Dieses ungleiche Okkurrenzenverhältnis könnte damit zusammenhängen, dass sich das afrikanische Französisch durch eine überdurchschnittlich hohe Bildhaftigkeit auszeichnet, mit dem Effekt, eine Fülle ganz eigener Wendungen hervorzubringen: faire la politique (à qqn), faire médicament, donner le prix de la cola etc.

Für eine genauere Betrachtung solcher Redewendungen spricht neben der Häufigkeit, mit der sie auftreten, und der Vielzahl an Unterscheidungsmerkmalen, die sie ausbilden, auch ihre Festigkeit. Das bedeutet, dass sie „eine […] festgelegte Gestalt haben“235 und ein Austausch oder eine Veränderung ihrer Bestandteile im afrikanischen Korpus einen Unterschied zum hexagonalen Korpus bedeuten könnte.

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