Show Less
Restricted access

Die gespiegelte Schweiz

Erzählte Zeitgeschichte in ausgewählten Romanen von Jakob Bosshart, Meinrad Inglin, Kurt Guggenheim und Charles Lewinsky

Series:

Ewa Mazurkiewicz

Das Buch verfolgt anhand von vier Schweizer Romanen die aus diversen Perspektiven gespiegelte, zwischen 1871 und 1945 situierte Schweizer Geschichte. Die Werke «Ein Rufer in der Wüste» (1921) von Jakob Bosshart, «Schweizerspiegel» (1938) von Meinrad Inglin, «Alles in Allem» (1952–1955) von Kurt Guggenheim und «Melnitz» (2006) von Charles Lewinsky, in der kritischen Rezeption oft als «Schweizerspiegel» etikettiert, vermitteln ein komplementäres, großangelegtes, als Zeitgemälde gedachtes Panorama-Bild der Schweiz. Mit der Annäherung an ausgewählte literarästhetische Tendenzen sowie Autoren der deutschsprachigen Schweiz des 20. Jahrhunderts zeigt die Autorin auf, inwieweit sich das Land mitsamt dessen Politik, Geschichte und Gegenwart in seiner Literatur spiegelt und Grundlage für das Konstruieren literarischer Fiktion wird.

Show Summary Details
Restricted access

4. Ein Zürcher Panorama in Alles in Allem von Kurt Guggenheim

Extract



Dank der am 3. März 2015 im Zürcher Museum Strauhof eröffneten Ausstellung „60 Jahre Alles in Allem – Zürich im Spiegel von Kurt Guggenheims Romanchronik und weiteren literarischen Werken des 20. Jahrhunderts“, deren Kurator der Kurt-Guggenheim-Kenner Charles Linsmayer war, konnte der in der Schweiz nahezu vergessene Schriftsteller sowie dessen Hauptwerk Alles in Allem in den gegenwärtigen Literaturdiskurs erneut hinübergebracht werden. Dass der 1896 geborene, 1983 verstorbene Zürcher Autor seit mehreren Jahrzehnten abseits des literaturwissenschaftlichen Interesses steht, belegt neben einem bescheidenen Publikationsbestand zu seinem Gesamtwerk auch die Tonart der die erfolgreiche Zürcher Ausstellung würdigenden Pressestimmen, die Guggenheim als einen „wiederzuentdeckenden Autor“1 und dessen Werk als „angestaubt“2 betrachten.

Seit 1989 gibt der Zürcher Literaturwissenschaftler Charles Linsmayer in der Reihe „Reprinted by Huber“3 Kurt Guggenheims Werke neu heraus und versieht sie mit einem ausführlichen biographischen Nachwort. Die achtbändige Guggenheim-Werkausgabe wurde 2014 mit dem Roman Gerufen und nicht gerufen (1973) und den vier Erzählungen des Bandes Nachher (1974) abgeschlossen. Neben der 1971 von Alfred Hauswirth in Neuchâtel verfassten Dissertation Kurt Guggenheim: Die Romane und autobiographischen Bücher, besonders im Hinblick auf die Entwicklung der Hauptgestalten bestehen nun die jeweils als biographisches und werkgeschichtliches Nachwort gedachten, umfangreichen Essays Linsmayers zu Guggenheims einzelnen Texten als Hauptquelle von dessen kritischer Literatur. Da jene Guggenheim-Bearbeitungen nicht nur auf den jeweiligen Erstfassungen der Texte, sondern auch auf allerlei Manuskripten, Typoskripten, ← 121 | 122 → auf dem in der Zürcher Zentralbibliothek...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.