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Der Umgang mit Geschichte im historischen Roman der Gegenwart

Am Beispiel von Uwe Timms «Halbschatten», Daniel Kehlmanns «Vermessung der Welt» und Christian Krachts «Imperium»

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Max Doll

Ausgehend vom anhaltenden Vorwurf, der historische Roman betreibe Geschichtsklitterei, kann dieses Buch zeigen, dass das Genre in der Gegenwart sogar in seinen postmodernen Ausprägungen produktiv mit Geschichte verfährt. Zu diesem Zweck interpretiert der Autor nicht nur drei ausgewählte Werke, sondern erschließt sie im genauen Abgleich mit ihren Quellen und erörtert, dass historische Romane Geschichte nicht nur zu Unterhaltungszwecken nutzen. Vielmehr erfolgt eine sinnstiftende Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Material; in Veränderungen und Verfremdungen lässt sich eine klare, nicht minder korrekte Aussageabsicht erkennen, die lediglich auf eine unmittelbare Reproduktion von Quellen verzichtet.

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2. Theoretische Grundlagen

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2. Theoretische Grundlagen

Der historische Roman ist stets ein Roman, der nicht nur Geschichte im Medium der Literatur darstellt, sondern auch Aussagen über Geschichtsschreibung trifft. Um sich der Gattung insbesondere in ihren gegenwärtigen Ausprägungen zu nähern, ist es deshalb zunächst erforderlich, postmoderne Ideen und Grundannahmen zu erschließen. Dies geschieht in klarer Abgrenzung zur Wendung des „anything goes“, die eine vermeintliche Beliebigkeit postmoderner Positionen zur Anschauung bringen soll. Da Annahmen und Überlegungen der Postmoderne erhebliche Auswirkungen auf die Historiographie als Wissenschaftsdisziplin hatten und haben, die die Textgattung ebenfalls in den Blickpunkt rückt, ergibt sich die Notwendigkeit, Konzepte gegenwärtiger Geschichtstheorie darzulegen, bei denen sich insbesondere durch den Aspekt der Narrativität ein Berührungspunkt zum literarischen Text ergibt. Damit entstehen das gedankliche Gerüst sowie der thematische Raum, in dem sich der historische Roman bewegt. Auf dieser Basis kann schließlich auch eine Bestimmung der Gattung selbst als Fundament für die Analyse der Einzeltexte erfolgen.

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