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Mentale Fitness im Golf

Sportpsychologische Grundlagen und Übungen für den Freizeit- und Leistungssport

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Martin K. W. Schweer

Mentale Fitness spielt im (Hoch-)Leistungssport eine entscheidende Rolle, auch im Freizeitsport wird diesem Faktor zunehmend Aufmerksamkeit geschenkt. Ergänzend zu den sportartübergreifenden Überlegungen aus dem Band «Mentale Fitness im Tennis» finden sich spezifische psychologische Hinweise für aktive Golfspielerinnen und Golfspieler jeglichen Leistungsniveaus, die ihre mentale Fitness verbessern wollen. Die wesentlichen Aspekte werden anschaulich auf den Punkt gebracht, zudem werden viele praktische Übungen zur Steigerung der individuellen mentalen Fitness vorgestellt. Das Werk basiert auf den Ergebnissen wissenschaftlicher empirischer Forschung und langjähriger Erfahrungen des Autors in der sportpsychologischen Beratung von Golfspielerinnen und Golfspielern aus dem Nachwuchs- und professionellen Bereich.

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5. Abergläubisches Verhalten

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5.   Abergläubisches Verhalten

Ein uns allen bekanntes und mehr oder minder auch vertrautes Phänomen ist das sogenannte abergläubische Verhalten, wobei der Begriff „Aberglaube“ bereits auf den Kern des Phänomens verweist, nämlich auf den Glauben an etwas Irreales: „[…]der Glaube an Kräfte, Zusammenhänge, Übernatürliches, das den wissenschaftlichen Erkenntnissen wie auch den religiösen Anschauungen nicht entspricht. [Er] äußert sich in Einstellungen und Handlungen, meist verbunden mit der Vorstellung, damit ein Unheil abwehren oder das Heil herbeiholen zu können“ (Dorsch, 2014, S. 88). Dieses Phänomen zeigt sich durchaus auch bei Menschen, die sich eher als rationale Persönlichkeiten auszeichnen. Neben lerntheoretischen Erklärungen greift dabei wohl vor allem die grundsätzliche menschliche Suche nach Wirkzusammenhängen und Sinnhaftigkeiten. So werden Killeen (1982) zufolge Menschen empfänglich für „übersinnliche“ bzw. abergläubische Erklärungen, wenn sie in Bezug auf die tatsächlichen Ursachen für ein wahrgenommenes Ereignis verunsichert (worden) sind; aufgrund der Verunsicherung gewinnen plötzlich durchaus „unsinnige“ Handlungen und nur scheinbare Zusammenhänge an Bedeutung. Besonders anfällig sind hierfür Situationen, in denen die Verhaltenserwartung hoch eingeschätzt wird und die abergläubische Handlung zugleich mit geringem Aufwand verbunden ist. Dies trifft besonders in Domänen zu, in denen Personen das Resultat ihres Verhaltens nur zu einem gewissen Grad beeinflussen können und insofern den empfundenen Kontrollverlust durch den Glauben an eine übersinnliche Kraft (meist unbewusst) auszugleichen versuchen. Damisch (2010) hat in...

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