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Albert Camus und das Kreuz

Raphael Maercker

Das Kreuz ist und bleibt ein Skandal. Nicht nur in öffentlichen Gebäuden und gesellschaftlichen Debatten, sondern auch bei Theologen erregt der Anblick des Gekreuzigten immer wieder Ärgernis.

Der Schriftsteller und Philosoph Albert Camus, der zeitlebens nach dem Sinn menschlicher Existenz angesichts des Todes fragte, bringt die Zweifel am christlichen Erlösungsglauben in seinen Werken exemplarisch zum Ausdruck. Er sieht in Jesus Christus sowohl den absurden Menschen, der in seiner Not von Gott verlassen ist, als auch den Revoltierenden, der sich gegen das Böse auflehnt und sein Leben für die anderen opfert.

In Auseinandersetzung mit Camus sucht die Studie nach einer zeit- und evangeliumsgemäßen Kreuzestheologie, die weder den Skandal leugnet noch die christliche Hoffnung verschweigt.

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4. Theologischer Zugang

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4.  Theologischer Zugang

Nach der Annäherung an Camus’ Leben und Werk muss nun der Blick zunächst auf das darin auftauchende Problem des Gottesbildes gerichtet werden (4.1.), bevor seine Sicht des Kreuzes und der Person Jesu eingehender beleuchtet werden kann (4.2.).

4.1  Theologische Grundfragen

Aus Camus’ Gottesbild ergeben sich zwei grundlegende Anfragen an die Theologie, die das gesamte Werk des Autors und seine Sicht des christlichen Glaubens prägen. Es handelt sich zum einen um das Problem, wie ein liebender und allmächtiger Gott mit der Wirklichkeit des Todes und des menschlichen Leids vereinbar sei (4.1.1.). Zum anderen geht es um die Frage, in welchem Verhältnis göttliche Gnade und menschliche Freiheit stehen (4.1.2.).

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