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Turns und kein Ende?

Aktuelle Tendenzen in Germanistik und Komparatistik

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Edited By Elke Sturm-Trigonakis, Olga Laskaridou, Evi Petropoulou and Katerina Karakassi

Der Band setzt sich kritisch mit «Cultural Turns» allgemein auseinander und lotet deren Anwendungsmöglichkeiten vom «post-imperial», über den «ecocritical» bis hin zum «economical turn» aus. Dabei zeigt sich das innovative Potenzial der Turns, aber auch die Notwendigkeit, sie epistemisch in den Einzeldisziplinen zu verankern. Die Symbiose der «Cultural Turns» mit Literaturwissenschaft und Komparatistik scheint etabliert zu sein. Transdisziplinarität und Kombinationen wie «Postkoloniale Germanistik» sind selbstverständlich, und die Komparatistik untersucht Diachronie und Synchronie von jeglichen Wissenssystemen. Die Beiträger nehmen sich den Umstand, dass sich Einzelphilologien und Komparatistik unter dem Vorwurf der Orientierungslosigkeit dennoch in einer Dauerkrise befinden, zum Anlass für eine Bestandsaufnahme.

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Von der Wanderung zum Wandel: Die Migration des Abbas Khider in die deutsche Sprache als Traumabewältigung durch Erzählen (Katherine Anderson)

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Katherine Anderson1

Von der Wanderung zum Wandel: Die Migration des Abbas Khider in die deutsche Sprache als Traumabewältigung durch Erzählen

Abstract: This article examines the process of creative writing in a foreign language as a coping mechanism for trauma. It focuses on Abbas Khider’s introspective turn, as facilitated by his learning German after the trauma, reflecting an outward turn in the German language and its literature towards a New World Literature.

Einleitung

Am 11.12.2013 erzählte der Autor Abbas Khider in einem Interview mit der Tageszeitung Westdeutsche Allgemeine Zeitung, er habe seine beiden ersten Romane nicht auf Arabisch schreiben können. Erst die deutsche Sprache habe ihm die Fähigkeit verliehen, Distanz zu den traumatischen Geschehnissen seiner Vergangenheit zu schaffen. Dadurch wurden die Wirkungen der Gefühle von Betroffenheit und Traurigkeit verringert und somit war er imstande, darüber zu schreiben (Khider 2013b, 2). Seine Situation erscheint zuerst außergewöhnlich, ist aber nicht ohne Präzedenz in der Literaturgeschichte. Bereits vor 200 Jahren fand der gebürtige Franzose Adelbert von Chamisso Zuflucht vor der französischen Revolution sowohl in Berlin als auch in der deutschen Sprache. Aufgewachsen mit dem Vornamen Adélaïde, wählte Chamisso selbst den zur deutschen Kultur passenden Vornamen Adelbert; diese „Umtaufung“ signalisierte seinen Übergang in die deutsche Sprache. 1813 schrieb er das Märchen Peter Schlemihls wundersame Geschichte, in dem die Schattenlosigkeit der Hauptfigur nicht nur Aufmerksamkeit erregt, sondern auch Verachtung, sogar Gewalttätigkeit...

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