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Die deutschen Friedensnobelpreiskandidaten im Kaiserreich 1901–1918

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Thomas Sirges

Der Friedensnobelpreis ist weltweit der renommierteste Friedenspreis. Bislang hat sich die Forschung auf die Preisträger konzentriert und den Konkurrenten nur bei strittigen Entscheidungen größere Beachtung geschenkt. Neben den Konkurrenten verzeichnen die Bewerberlisten eine beachtliche Zahl von Außenseitern, deren Wirken kaum vermuten lässt, dass sie einmal für den Friedensnobelpreis nominiert waren. Beide Gruppen – Konkurrenten und Außenseiter – müssen als ein bislang unerforschter Teil der Geschichte des Friedensnobelpreises gelten. Das Buch stellt die deutschen Kandidaten von 1901 bis 1918 vor, beleuchtet die Hintergründe und Begleitumstände ihrer Kandidatur und sucht nach einer Antwort auf die Frage, warum kein Deutscher im Kaiserreich mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden ist.

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14. Wilhelm II.

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In der auswärtigen Politik bin Ich entschlossen, Frieden zu halten mit jedermann, soviel an Mir liegt. […]. Diese Stärke [der Armee] zu Angriffskriegen zu benutzen, liegt mir fern. (Wilhelm II. 25. Juni 1888)1

Kaiser Wilhelm II. (1859–1941) regierte das Deutsche Reich von 1888 bis 1918. Durch sein martialisches Auftreten und seine kriegerischen Reden in der Öffentlichkeit förderte er die Militarisierung der Gesellschaft, obwohl ihm persönlich eine eher friedfertige Natur nachgesagt wurde.2 Anlässlich der Verabschiedung des deutschen Expeditionskorps nach China zur Niederschlagung des Boxer-Aufstandes hielt Wilhelm II. am 27. Juli 1900 seine berüchtigte Hunnenrede:

Kommt Ihr vor den Feind, so wird er geschlagen, Pardon wird nicht gegeben; Gefangene nicht gemacht! Wer Euch in die Hände fällt, sei in Eurer Hand. Wie vor tausend Jahren die Hunnen unter ihrem König Etzel sich einen Namen gemacht, der sie noch jetzt in der Überlieferung gewaltig erscheinen läßt, so möge der Name Deutschland in China in einer solchen Weise bekannt werden, daß niemals wieder ein Chinese es wagt, etwa einen Deutschen auch nur scheel anzusehen.3

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