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Matthias Claudius als Literaturkritiker

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Geeske Göhler-Marks

Die Autorin befasst sich mit dem literaturkritischen Werk von Matthias Claudius im Rahmen des Rezensionswesens im 18. Jahrhundert. Claudius verfasste die meisten seiner Kritiken als Redakteur der Zeitung des «Wandsbecker Bothen» und nahm die Besprechungen größtenteils später in seine gesammelten Werke «Asmus omnia sua secum portans» auf. Die Untersuchung markiert die besondere Form der Poetisierung, die die Rezensionen im Werk von Claudius erfahren. Als kleine Kunstwerke stehen sie in den Asmus-Bänden gleichberechtigt neben den Gedichten und sonstigen Prosatexten. Auf der Grundlage der inhaltlichen und stilistischen Analyse der einzelnen Besprechungen fragt die Autorin, welche Position Claudius innerhalb der literarhistorischen, theologischen und philosophischen Diskurse seiner Zeit eingenommen hatte.

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VI. Schlussbetrachtung

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Was zeichnet Claudius nun in der Gesamtschau als Rezensenten aus? Zunächst einmal, dass er sich eben nicht festlegen lässt – weder auf eine Form, einen Sprachstil noch auf eine bestimmte Haltung, die mittels üblicher Kategorien erfassbar wäre. Natürlich können aber trotz der Vielgestaltigkeit auch charakteristische Merkmale der Rezensionen beschrieben werden. Um hier eine bessere Nachvollziehbarkeit zu ermöglichen, wurde eine tabellarische Übersicht im Anhang erstellt, in der die einzelnen Rezensionen hinsichtlich ihrer Veröffentlichung, des Typus und der inhaltlichen Ausrichtung erfasst sind. Es sei hier betont, dass es sich lediglich um nachweislich Claudius zugeschriebene Rezensionen durch philologische Gründe handelt und darunter auch einzelne sind, bei denen die Verfasserschaft angezweifelt wird. Da außerdem anzunehmen ist, dass sowohl im „Wandsbecker Bothen“ als auch in anderen Zeitungen noch weitere anonyme Rezensionen vorhanden sind, beschreibt die Interpretation der Zahlen die tatsächlichen Verhältnisse nur bis zu einem gewissen Grad.

Mit Claudius’ literaturkritischer Arbeit verbindet man sicherlich als erstes die Rezensionen, die Gerlach auch als „Botenrezensionen“ bezeichnet. Hinsichtlich der Anzahl sind sie den „gelehrten Rezensionen“ nicht überlegen, aber immerhin machen sie rund 41 Prozent der Besprechungen aus. Zählt man die frühen Rezensionen, wie die „Korrespondenz zwischen Fritz seinem Vater und seiner Tante“ oder die des „Diogenes von Sinope“ als weitere poetische Spielarten dazu, sind „Botenrezensionen“ nahezu die Hälfte aller Rezensionen. Zu bedenken ist, dass es möglicherweise weitere anonyme Kritiken gibt, die hinsichtlich ihrer Stilmerkmale so unauffällig sind, dass nicht...

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