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Evaluierung von Spielerschutzschulungen bei Vertriebspartnern der Österreichischen Lotterien unter besonderer Berücksichtigung von Testkäufen

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Doris Malischnig

Die Autorin analysiert, ob und in welchem Ausmaß Spielerschutzschulungen für Vertriebspartner der österreichischen Lotterien zur Umsetzung von Jugendschutzvorgaben (Compliance) führen. Sie untersucht darüber hinaus den Einfluss der persönlichen Einstellungen auf die Umsetzung von Präventionsmaßnahmen und die Rahmenbedingungen, die einem regelkonformen Verhalten bei der Überprüfung der Compliance mittels Testkäufen entgegenstehen. Die Studie stützt sich auf das Vier-Ebenen-Modell von Kirkpatrick (1970) und die Theorie des geplanten Verhaltens nach Ajzen (1991). Die Autorin gibt einen Überblick über die Maßnahmen, welche zeitnah und zielführend dazu führen sollen, die Compliance nachhaltig zu erhöhen.

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3. Stand der Forschung: theoretischer und empirischer Hintergrund

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3.1 Jugend und Glücksspiel

In den meisten Ländern ist Glücksspiel gesetzlich erlaubt und leicht zugänglich (Felsher, Derevensky & Gupta, 2004; Ikrath & Rohrer, 2013; Moore & Ohtsuka, 1997). Grundsätzlich ist das Spielen per se nicht das Problem, wird es aber dann, wenn es exzessiv betrieben wird (Ladouceur et al., 2004). Experten sind sich einig, dass Kinder und Jugendliche zu den vulnerablen und damit schützenswerten Gruppen gehören, die möglichst spät mit Glücksspiel in Berührung kommen sollen (Gosselt, 2011, S. 16 f.; Gosselt, Neefs, van Hoof & Wagteveld, 2013; Monaghan & Derevensky, 2008; St-Pierre et al., 2011). Kundu et al. (2013) fanden einen Zusammenhang zwischen dem Beschenken von Kindern oder Jugendlichen mit Rubbellosen und einer größeren Akzeptanz von Glücksspielen im Erwachsenenalter, aber auch einem riskanten bis problematischen Glücksspielverhalten in späteren Jahren.

Speziell in der Pubertät kommt hinzu, dass die Entscheidungsfindung in kritischen Lebenssituationen in diesem Altersabschnitt noch nicht jenen von Erwachsenen gleichzusetzen ist und die oft damit verbundene Risikobereitschaft zu problematischen Verhaltensweisen, wie zum Beispiel Substanzgebrauch, Spielsucht oder einer exzessiven Nutzung des Internets, führen kann (Shead, Derevensky & Gupta, 2010; Balogh, Mayes & Potenza, 2013). So stellt ein zu früher Zugang zu Glücksspielen einen begünstigenden Faktor dar, der die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass die betroffene Person zukünftig Probleme mit dem Spielen entwickelt (Gosselt et al., 2013; Monaghan & Derevensky, 2008; St-Pierre et al., 2011). H...

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