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Arbeitsmarktentwicklung und -regulierung

Zwischen Fachkräftemangel und Migration

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Edited By Stefan Kolev, Bernhard Seliger, Jüri Sepp and Ralph Michael Wrobel

Der Arbeitsmarkt stellt traditionell in vielen marktwirtschaftlich organisierten Gesellschaften einen Ausnahmebereich dar. Dabei darf nicht vergessen werden, dass es sich auch beim Arbeitsmarkt um einen Markt handelt, bei dem die Preisbildung durch Angebot und Nachfrage zustande kommt. Derzeit sind Fachkräftemangel und Migration die zentralen Themen.

Die Beiträge diskutieren die Interdependenz dieser beiden Entwicklungen sowohl aus volkswirtschaftlicher als auch aus betriebswirtschaftlicher Perspektive. Zusätzlich untersuchen sie sektorale Arbeitsmärkte in Europa sowie internationale Entwicklungen, sowohl im Hinblick auf die marktlichen Aspekte als auch auf die staatliche Regulierung. Damit bietet der Band einen vielseitigen Überblick über die derzeit meistdiskutierten Themen der Arbeitsmarktentwicklung.

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Vorwort

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„Die Aussage ‚Arbeit sei eine Ware‘, wird oft in die Nähe der Sklaverei gerückt, als unvereinbar mit der menschlichen Würde angesehen. (…) Dem Individuum die Freiheit zu geben, seine Arbeitsleistung selbst, nach eigenen Vorstellungen, einzusetzen, ist [aber] ein Bestandteil der klassisch-liberalen Ökonomie. Daher ist es von essentieller Bedeutung, dass gesellschaftliche Institutionen diese Freiheit nicht beschneiden.“1

Rüdiger Soltwedel (1986)

Der Arbeitsmarkt stellt traditionell in vielen marktwirtschaftlich organisierten Gesellschaften einen Ausnahmebereich dar. Während grundlegende Prinzipien der Marktwirtschaft wie ungehinderter Marktzugang, Vertragsfreiheit und Wettbewerb allgemein Zustimmung finden, werden sie auf dem Arbeitsmarkt dennoch nicht angewandt. Stattdessen wird dieser besonders stark reglementiert, um übergeordnete Ziele wie die Menschenwürde, das Recht auf Persönlichkeitsentfaltung oder den Schutz der Gesundheit der Arbeitnehmer zu gewährleisten. Ebenso sollen durch Eingriffe in den Arbeitsmarkt gesellschaftliche Normen wie soziale Sicherheit oder soziale Gerechtigkeit erreicht werden. Da die Arbeitskraft die einzige handelbare Ware ist, welche an ein menschliches Individuum gebunden ist, sind diese Eingriffe grundsätzlich auch nachvollziehbar und verständlich. Auf der anderen Seite darf aber nicht vergessen werden, dass es sich auch bei dem Arbeitsmarkt um einen Markt handelt, bei dem die Preisbildung durch Angebot und Nachfrage zustande kommt.

So können staatliche Eingriffe in den Arbeitsmarkt auch kontraproduktiv wirken. Wenn beispielsweise die Löhne im Niedriglohnsektor durch einen Mindestlohn über das Gleichgewicht erhöht werden, kann dies gerade in konjunkturellen Abstiegsphasen zu erhöhter Arbeitslosigkeit in diesem Bereich führen. Wenn durch starke...

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