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Darstellung der Tuareg-Rebellionen in Mali in deutschsprachigen Massenmedien

Eine text- und diskurslinguistische Medienanalyse anhand ausgewählter Zeitungsartikel

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Djouroukoro Diallo

Die Publikation untersucht die mediale Repräsentation der Tuareg-Rebellionen aus dem westafrikanischen Land Mali in den Massenmedien aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Anhand ausgewählter Zeitungsartikel zeigt der Autor den Wandel des deutschsprachigen Mediendiskurses über diese bewaffneten Konflikte von 1990 bis 2014, die den Medien den Tuareg zuschreiben. Zuerst unternimmt er eine „historische Kontextualisierung" der Tuareg-Rebellion. Im zweiten Teil erfolgt eine diskursive Analyse der Beschreibung der involvierten sozialen Akteurinnen und Akteure auf semantischer, syntaktischer und lexikalischer Ebene.

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1 Vorwort

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1Vorwort

An der Kreuzung zwischen Nord- und Westafrika symbolisiert Mali eine Drehscheibe zwischen diesen Teilen des Kontinents. Städte wie Timbuktu und Djénné waren wichtige kommerzielle, intellektuelle und spirituelle Zentren während der Ära der Reiche von Ghana (ca. 700-1200), Mali (ca. 1234-1670) und Songhoy (ca. 1464-1591), die sich im Verlauf der transsaharischen Handelsbeziehungen weiterentwickeln konnten. Wertvolle Handelswaren wie Gold wurden aus dem Süden über Karawanen von Kamelen bis zum Mittelmeer exportiert. Allerdings wurde dieselbe Route auch zum Sklavenhandel genutzt. Infolge dieser Handelsbeziehungen ist eine Tradition friedlichen Zusammenlebens und politischer Einheit entstanden, die sich durch die Existenz großer politischer Instanzen der eben erwähnten multiethnischen Königreiche herausgebildet hat. Der Handel zwischen dem Nigerfluss und dem Mittelmeer hat zugleich die Islamisierung der Region befördert. Die Entstehung des nachkolonialen Landes Mali war freilich von zahlreichen Schwierigkeiten begleitet.

Im Jahr 1960 erlangte Mali seine Unabhängigkeit von dem Kolonialimperium Frankreichs. Die Aufgaben der Staatsgründung und Bildung einer malischen Nation, des Aufbaus eines Gesundheits-, Bildungs-, Rechts- und Wirtschaftssystems, der Modernisierung der maroden Infrastrukturen haben das Land in seinem Entstehungsprozess als multi-ethnische, multikulturelle und mehrsprachige Nation vor große Herausforderungen gestellt. Vom Norden bis zum Süden des Landes werden in Mali 13 Landessprachen gesprochen, die sich (mit regionalen Varietäten) grob in die der Niger-Kongo Sprachfamilie (Mande-, Dogon- und Senoufo-Sprachen), der Sprachgruppe Senegambia (Fulfulde) und der afro-asiatischen Familie (Berber/Tamasheq, Songhoy, Hassaniya) unterteilen lassen. Die Sprecher dieser Sprachen verkehren im administrativen Alltag untereinander meist auf...

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