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Patrizier – Wege zur städtischen Oligarchie und zum Landadel

Süddeutschland im Städtevergleich. Unter Mitarbeit von Marc Holländer

Edited By Wolfgang Wüst

Die Beiträge dieses Tagungsbandes untersuchen das Phänomen der Patrizier auf dem Weg zur städtischen Oligarchie und zum Landadel. Der Schwerpunkt liegt auf der Stadt Nürnberg, wobei auch die Führungsschichten anderer süddeutscher Städte betrachtet werden. Mit Hilfe der komparatistischen Methode und damit dem Vergleich als landeshistorischer Tradition beleuchten und definieren die Beiträger den Begriff der «Patricii» als Bezeichnung der Geschlechter kritisch, wobei sie auch auf die mittelalterliche Bezeichnung der «Herren» und «vornehmen Geschlechter» eingehen.

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Patrizische Archive und Sammlungen im Germanischen Nationalmuseum

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Matthias Nuding

The article outlines the mutualistic relationship between the former Nuremberg patriciate and the Nuremberg-based Germanisches Nationalmuseum, nowadays the largest museum of cultural history in the German-speaking area. Housing substantial holdings assembled by local patrician families, it plays an important role in the preservation and exhibition of the city’s past.

In der Reichsstadt Nürnberg gab das Patriziat während der Jahrhunderte seiner Blüte nicht nur in politischer Hinsicht die Richtung vor;1 auch als Motor und Förderer der Künste spielte es eine gewichtige Rolle. Die patrizische Stadtkultur mit ihrer Nachfrage nach Produkten des gehobenen Bedarfs trug im Verbund mit streng eingehaltenen Handwerksordnungen maßgeblich dazu bei, dass die fränkische Metropole sich zu einem kreativen Zentrum entwickelte, dessen Glanz in große Teile Europas ausstrahlte.2 Gleichzeitig fanden lokale oder von auswärts bezogene Kostbarkeiten aller Art – Kunsthandwerk, Bücher, Waffen, Medaillen und vieles mehr – Eingang in die Haushalte und Sammlungen der Patrizierfamilien. Vieles von dem, was die Nürnberger Oberschicht der frühen Neuzeit an Kulturgütern produziert und zusammengetragen hat, ist in der Folgezeit in das ← 107 | 108 →am Ort ansässige Germanische Nationalmuseum gelangt: ein Haus, das sich der Kunst und Kultur des deutschen Sprachraums widmet und nicht zuletzt durch diese Übernahmen zur bedeutendsten musealen Einrichtung im weiten Umkreis geworden ist.3 Ein detailliertes Nachverfolgen der einschlägigen Erwerbungen wäre als objektbasierte Nahaufnahme der Nürnberger Kulturgeschichte mehrerer Jahrhunderte von vielfältigem Erkenntniswert, kann aber nicht das Ziel dieses...

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