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Patrizier – Wege zur städtischen Oligarchie und zum Landadel

Süddeutschland im Städtevergleich. Unter Mitarbeit von Marc Holländer

Edited By Wolfgang Wüst

Die Beiträge dieses Tagungsbandes untersuchen das Phänomen der Patrizier auf dem Weg zur städtischen Oligarchie und zum Landadel. Der Schwerpunkt liegt auf der Stadt Nürnberg, wobei auch die Führungsschichten anderer süddeutscher Städte betrachtet werden. Mit Hilfe der komparatistischen Methode und damit dem Vergleich als landeshistorischer Tradition beleuchten und definieren die Beiträger den Begriff der «Patricii» als Bezeichnung der Geschlechter kritisch, wobei sie auch auf die mittelalterliche Bezeichnung der «Herren» und «vornehmen Geschlechter» eingehen.

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Spätmittelalterliche Literatur der Patrizier. Augsburg, Nürnberg und Frankfurt am Main im Städtevergleich

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Klaus Wolf

Whereas the Codex Manesse may be seen as most prominent example for Minnesang by the Patricians of Zurich, other towns or free imperial cities enjoyed for instance the Swabian Nibelungenlied as it was the case in Augsburg's Patrician family Gossembrot. The Nuremberg Patricians on the other hand preferred carnival plays. And Frankfurt am Main hosted prominent passion plays, which were controlled by members of the Alten-Limpurg society. On the long run the Patricians of all these free imperial cities successfully managed to establish public representation by the means of German literature.

Als Germanist erlaube ich mir im Kontext der Landesgeschichtsforschung den Begriff „Patrizier“ vorauszusetzen und stütze mich im Übrigen gerne auf entsprechende Forschungen von Wolfgang Wüst.1 Ich weiß daher um die Problematik dieses Begriffes und seiner zeitlichen und regionalen Bedingtheit. Dennoch spricht man auch in der Germanistik (und dies gilt verstärkt seit den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts) von patrizischer Literatur.2 Diese ist dabei für einzelne Städte relativ gut erforscht. Ich selbst werde mich jetzt auf die Reichsstädte Augsburg, Nürnberg und Frankfurt am Main konzentrieren.

Patrizische Lebensweise und literarische Beschäftigung der Patrizier sind in der Germanistik seit jeher ein Gemeinplatz. Paradebeispiel ist der Codex Manesse.3 Darin wird unter dem Korpus von Meister Johannes Hadlaub, der sich durch den Meistertitel ständisch als gelehrter Stadtbürger ausweist, ein Bericht über die Patrizierfamilie Manesse und ihre Begeisterung für die Lyrik gegeben:← 287 | 288 →

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