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Nicknamen international

Zur Namenwahl in sozialen Medien in 14 Sprachen

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Edited By Peter Schlobinski and Torsten Siever

In der Onomastik und der Internetforschung wurden Nicknamen bisher stiefmütterlich behandelt. Dabei sind diese einzelsprachlich und kontrastiv zwischen unterschiedlichen Sprachen hochinteressant: und zwar im Hinblick auf Schriftsysteme, semantische und morphologische Aspekte. Wohl jeder Nutzer hat schon einmal überlegt, welchen Nick er sich zulegen möchte.

Der Band versammelt die Ergebnisse eines internationalen und sprachkontrastierend angelegten Projekts. Dabei analysieren die Beiträger analog aufgebaute Korpora nach gleichen (und auch sprachspezifischen) Parametern. Die Analysen decken die folgenden Sprachen ab: Arabisch (Marokkanisch), Chinesisch, Deutsch, Englisch, Italienisch, Japanisch, Koreanisch, Kroatisch, Luxemburgisch, Niederländisch, Portugiesisch, Russisch, Schwedisch und Spanisch.

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1 Arabisch (marokkanisches) (Naima Tahiri)

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Naima Tahiri

1 Arabisch (marokkanisches)

1.1 Sprachliche und kulturelle Besonderheiten1

Das Arabische als einheitliche Sprache existiert nicht. Auf der einen Seite gibt es die Hochsprache, die sogenannte Fosha, die als Schriftsprache die Grundlage der Kommunikation über Grenzen hinweg bildet und die kein Mittel der Kommunikation in Alltagssituationen darstellt. Auf der anderen Seite wird für die Alltagskommunikation in jedem arabischen Staat die sogenannte Darija oder =ammiyya verwendet, welche die dialektale Varietät des Hocharabischen repräsentiert. Im Laufe der Sprachgeschichte haben sich die in verschiedenen Regionen gesprochenen Varietäten des Arabischen so auseinanderentwickelt, dass eine gegenseitige Verständigung nicht mehr problemlos gegeben ist.

Arabisch gehört zum semitischen Zweig des Afroasiatischen (zum Afroasiatischen vgl. z. B. den Herausgeberband von Frajzyngier/Shay 2012, zum Semitischen z. B. Gragg/Hoberman 2012 oder Hetzron/Kaye 2009, zum Arabischen z. B. Versteegh 2011 oder Kaye 2009). Das arabische Schriftsystem ist eine Konsonantenschrift, welche von rechts nach links geschrieben wird. Es besteht aus 28 konsonantischen bzw. halbvokalischen Zeichen. Die in Form von Strichen zu realisierenden, kurzvokalischen Phoneme /a/, /i/ und /u/ sowie weitere morphosyntaktisch gesteuerte Markierungen werden in der Regel nur für den Schriftspracherwerb eingesetzt. Langvokale werden hingegen immer notiert. Eine Differenzierung nach Groß- und Kleinschreibung existiert nicht (vgl. für detaillierte Ausführungen zum arabischen Schriftsystem Daniels 2013 und in kurzer Form z. B. Kaye 2009).

Marokkos soziolinguistische Situation ist einerseits durch Diglossie und andererseits durch Mehrsprachigkeit gekennzeichnet. Verwendet werden in verschiedenen...

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