Show Less
Restricted access

Was bedeutet es, Person zu sein?

Theodor Rütter

Person zu sein: Was bedeutet das für die Ethik der Zukunft und für unsere Moral heute im Umgang mit uns selbst und im mit einander?

Diese Frage wirft sich aus einem aktuellen Problem auf

− Aus der Digitalisierung aller Lebensbereiche und damit zunehmender Depersonalisierung;

− Aus modernen Technologien und damit verbundenen Ideologien, die immer tiefer in unseren Umgang mit einander und mit uns je selbst eindringen;

− Aus philosophischen Konzepten, die an Hirnforschung und Künstlicher Intelligenz orientiert das Personsein manchen menschlichen Wesen aberkennen und manchen Rechenmaschinen zuerkennen.

Das Buch entfaltet die Antwort auf die in seinem Titel aufgeworfene Frage historisch und systematisch: aus praktischer Vernunft, die sich an den Verstand wendet, das heißt, aus der raison du cœur.

Show Summary Details
Restricted access

17 Serveto: Sein Ende – der Anfang der neuen Geschichte des Begriffs der Person

Extract

17 Luther

Person, die volkstümliche Wortgestalt mit zweifachem Sinngehalt

Martin Luther (gest. 1546) überlässt die trinitarischen und christologischen Spekulationen zur göttlichen Personalität den päpstlichen Dogmatikern. In dieser Haltung ist er den Humanisten nahe, und so könnten wir sagen, er sei eine Renaissance-Persönlichkeit, steckte er nicht zeitlebens tief mittelalterlich in der Angst vor den ewigen Höllenstrafen. Aber hoch über das Mittelalter hinaus ist er – angesichts der weltlichen und unterweltlichen Zustände in der römisch-katholischen Kirche seiner Zeit – in seiner Haltung auf dem Urgrund des christlichen Glaubens.

Die höchste Autorität ist für ihn nicht das kirchliche Lehramt, sondern „sola scriptura“, allein die Heilige Schrift, das Wort Gottes. Das Heil kommt zum Menschen „sola fide“, allein aus dem Glauben, und dieser kommt dem Menschen „sola gratia“ zu, allein durch Gnade, und sie vermittelt „solus Christus“, allein Jesus Christus.

Luther übersetzte im Herbst 1521 während seiner Verborgenheit auf der Wartburg in nur elf Wochen, so wird überliefert, nach einem Exemplar der griechischen Bibel, wohl der Septuaginta278, die ihm Erasmus von Rotterdam mit einer eigenen lateinischen Übersetzung gegeben hatte, und nach der Vulgata279, ←263 | 264→die im vierzehnten Jahrhundert bereits ins Deutsche übersetzt (und bis zum Jahr 1518 schon vierzehnmal im Druck vorlag) die Heilige Schrift in die (ost- und teils auch ober-) mitteldeutsche Muttersprache, mit sehr vielen bis heute volkstümlichen, kraftvollen Wendungen, der urigen Muttererde des Hochdeutschen.

In der Vulgata...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.