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Was bedeutet es, Person zu sein?

Theodor Rütter

Person zu sein: Was bedeutet das für die Ethik der Zukunft und für unsere Moral heute im Umgang mit uns selbst und im mit einander?

Diese Frage wirft sich aus einem aktuellen Problem auf

− Aus der Digitalisierung aller Lebensbereiche und damit zunehmender Depersonalisierung;

− Aus modernen Technologien und damit verbundenen Ideologien, die immer tiefer in unseren Umgang mit einander und mit uns je selbst eindringen;

− Aus philosophischen Konzepten, die an Hirnforschung und Künstlicher Intelligenz orientiert das Personsein manchen menschlichen Wesen aberkennen und manchen Rechenmaschinen zuerkennen.

Das Buch entfaltet die Antwort auf die in seinem Titel aufgeworfene Frage historisch und systematisch: aus praktischer Vernunft, die sich an den Verstand wendet, das heißt, aus der raison du cœur.

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25 Kant: Würdigung der Person aus praktischer Vernunft

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25 Kant

Würdigung der Person aus praktischer Vernunft

Immanuel Kant (gest. 1804) – der für unsere Betrachtung maßgebende deutsche Philosoph der Aufklärung, das einsame Genie mit dem weiten Blick aus dem fast nie verlassenen engen Königsberg, der gesellige Einzelgänger mit dem Leben wie ein Uhrwerk und dem Lebenswerk wie ein gotischer Dom auf einem neu erschlossenen, tiefen und festen Grund, der ernste und strenge Selberdenker mit dem ebenso trockenen wie liebevollen Witz, dessen besonderer Charme sich nicht dem ersten Hinhören schon mitteilt – hat uns aus seinem langen Bohren dicker Bretter auch Gedanken zur menschlichen Personalität in drei für uns wichtigen Werken hinterlassen: Zuerst in seiner Kritik der reinen Vernunft364, sodann in seiner Grundlegung zur Metaphysik der Sitten365 und schließlich in seiner Kritik der praktischen Vernunft366. An diese Reihenfolge wird unsere Betrachtung sich halten, mit einer Ausnahme sogleich hier unter Punkt 1:

1

Um die erkenntnistheoretischen Ausführungen von Kant zum Problem der Identität des Ich und damit der Person wenigstens im Grundzug recht zu erfassen, ist es notwendig, zuvor seine Unterscheidung dreier Erkenntnisvermögen nachzuvollziehen. Die Grundlage dazu ist eine prägnante Textpassage aus der Grundlegung zur Metaphysik der Sitten:

1.1

„Nun findet der Mensch in sich wirklich ein Vermögen, dadurch er sich von allen andern Dingen, ja von sich selbst, sofern er durch Gegenstände affiziert wird, unterscheidet, und das ist die Vernunft. Diese, als reine...

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