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Was bedeutet es, Person zu sein?

Theodor Rütter

Person zu sein: Was bedeutet das für die Ethik der Zukunft und für unsere Moral heute im Umgang mit uns selbst und im mit einander?

Diese Frage wirft sich aus einem aktuellen Problem auf

− Aus der Digitalisierung aller Lebensbereiche und damit zunehmender Depersonalisierung;

− Aus modernen Technologien und damit verbundenen Ideologien, die immer tiefer in unseren Umgang mit einander und mit uns je selbst eindringen;

− Aus philosophischen Konzepten, die an Hirnforschung und Künstlicher Intelligenz orientiert das Personsein manchen menschlichen Wesen aberkennen und manchen Rechenmaschinen zuerkennen.

Das Buch entfaltet die Antwort auf die in seinem Titel aufgeworfene Frage historisch und systematisch: aus praktischer Vernunft, die sich an den Verstand wendet, das heißt, aus der raison du cœur.

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36 Guardini: Die Hoheit der lebendigen Person

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36 Guardini

Die Hoheit der lebendigen Person

Romano Guardini (gest. 1968), katholischer Theologe – mit seinem Werken zu Sokrates, Augustinus, Pascal, Hölderlin, Dostojewski, Rilke einer der maßgebenden Philosophen der spirituellen Existenz des Menschen im weltlichen Dasein – wurde durch sein bekennendes priesterliches Leben als Professor an den Universitäten in Breslau und Berlin (von 1923 bis 1939), in Tübingen von (1945 bis 1948) und in München (von 1948 bis wenige Jahre vor seinem Tode) und nicht zuletzt durch seine Verteidigung der unantastbaren Würde der menschlichen Person gegen die Gräuel der Nazidiktatur vielen Menschen bekannt und vielen jungen Menschen während der Schreckenszeit des zweiten Weltkriegs und in den seelischen Nöten und geistigen Wirren nach dem Krieg ein Richtung weisender Lehrer, der in ihren Leben und Werken weiterlebt.

Was Guardini zum Personsein des Menschen zu sagen hat, das findet sich in mehreren seiner Schriften, zum Teil weit verstreut. Zwei seiner Schriften aus etwa der gleichen Zeit stehen hier zur Betrachtung an. Die eine Schrift ist ein Aufsatz, den Guardini, „von ärztlicher Seite aufgefordert“, um 1960 als Beitrag zur Diskussion um den damaligen Paragraphen 218 des Strafgesetzbuches geschrieben hat: Das Recht des werdenden Menschenlebens837. Die andere Schrift ist die Vorlage zu einer Vorlesung, die Guardini um 1960 an der Universität in München gehalten hat: Die Personalität838.

Hier werden aus den beiden Schriften einander ergänzende Zitate zu einer Folge von Stufen geordnet, über die wir (1)...

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