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Was bedeutet es, Person zu sein?

Theodor Rütter

Person zu sein: Was bedeutet das für die Ethik der Zukunft und für unsere Moral heute im Umgang mit uns selbst und im mit einander?

Diese Frage wirft sich aus einem aktuellen Problem auf

− Aus der Digitalisierung aller Lebensbereiche und damit zunehmender Depersonalisierung;

− Aus modernen Technologien und damit verbundenen Ideologien, die immer tiefer in unseren Umgang mit einander und mit uns je selbst eindringen;

− Aus philosophischen Konzepten, die an Hirnforschung und Künstlicher Intelligenz orientiert das Personsein manchen menschlichen Wesen aberkennen und manchen Rechenmaschinen zuerkennen.

Das Buch entfaltet die Antwort auf die in seinem Titel aufgeworfene Frage historisch und systematisch: aus praktischer Vernunft, die sich an den Verstand wendet, das heißt, aus der raison du cœur.

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51 Ricœur: Selbstheit und Selbigkeit der Person und die Andersheit in der Selbstheit

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51 Ricœur

Selbstheit und Selbigkeit der Person und die Andersheit in der Selbstheit

Paul Ricœur (gest. 2005) soll uns sein Geleit auf der letzten Strecke des Wegs durch die Geschichte geben – durch die History, die eine besondere Story ist, keine short story , sondern eine lange, große Erzählung – die uns hat in vielen Stimmen hören lassen, was es bedeutet, Person zu sein, und was es bedeutet, Person zu sein. Was es bedeutet, personal und also je und jeweils ganz persönlich und gar nicht etwa nur privat zu existieren. In dieser Erzählung hat das letzte Wort nun Paul Ricœur.

In der Erforschung der conditio humana – in der französischen und angelsächsischen und deutschen Tradition dieser Forschung – ist er zu Hause. Es ist das Haus der Sprache. Sie ist das stets mitreflektierte Medium seiner Hermeneutik, der symbolische Schlüssel zur Person, zu ihrer Existenz. Paul Ricœur eröffnet mit seinem reichen Lebenswerk den besten Rückblick auf manche in den früheren Kapiteln bereits betrachtete Werke anderer Autoren.

Wegen des hohen Rangs, den dieser Philosoph nicht nur als Fachmann, sondern als Person einnimmt, hier wenigstens eine sehr knappe Skizze seines Lebenswegs. Nach dem Tod seiner Mutter bei seiner Geburt (1913) und den Soldatentod seines Vaters (1915) früh verwaist, wächst Paul Ricœur bei seinen Großeltern in der Bretagne auf und findet seine „Eltern“ nach eigenem Bekunden bald in den Büchern.

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