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denken, schreiben, tun

Politische Handlungsfähigkeit in Theorie, Literatur und Medien

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Edited By Amália Kerekes, Marion Löffler, Georg Spitaler and Sabine Zelger

Die Leitfrage des Bandes bezieht sich auf das interpretatorische Potenzial des Begriffs agency, verstanden als individuelle und kollektive Handlungsfähigkeit, wie sie in der politischen Theorie zentral ist. Möglichkeit und Effektivität demokratischer Praxis wurde im Zuge politischer Krisendiagnosen westlicher Gesellschaften infrage gestellt, so zum Beispiel in der Debatte um »Postdemokratie«. Vor dem Hintergrund dieser gegenwärtigen Problematik, nehmen die Beiträge des Bandes auch historische Tiefenbohrungen vor und erkunden, wie im Lauf des 20. Jahrhunderts und aktuell politische Denk- und Handlungsräume an den Schnittstellen von Theorie, Literatur und Medien bearbeitet und erschlossen wurden und werden.

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An den Grenzen literarischer Handlungsfähigkeit: Gespräch zwischen Elena Messner und Eva Schörkhuber

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Die Autorinnen und Kulturwissenschaftlerinnen Eva Schörkhuber und Elena Messner haben sich zu einem poetologischen Gespräch zusammengesetzt und Fragen von Literatur und politischer Handlungsfähigkeit ausgehend von ihren aktuellen Romanen diskutiert. In beiden Romanen wird politische Handlungsfähigkeit angesichts rigoroser Grenzregime zur zentralen Thematik. In Schörkhubers Nachricht an den Großen Bären (2017) macht sich die Figur Sue im Zug auf den Weg, um Papiere über eine Grenze innerhalb eines Europas zu bringen, das in Zonen zerfallen ist und in dem rechtsextreme Regierungen am Werk sind. In diese Zugfahrt eingeflochten sind unterschiedliche Begegnungen, die in eigenständige Erzählungen gekleidet werden. Messners In die Transitzone (2016) inszeniert den politischen Ausnahmezustand in einer südeuropäischen Grenzstadt, die sich autonom erklärt hat und aus dem nationalen Gefüge herausgesprengt wurde, weshalb sie zum umkämpften Grenzgebiet bzw. zur titelgebenden Transitzone wird. Rekonstruiert werden im Roman die Dynamiken, die zu dieser Situation geführt haben und die widerspruchsvollen Reaktionen der Stadtbevölkerung, die dies zur Folge haben.

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Wir möchten uns über literarische Handlungsfähigkeit unterhalten – aber was bedeutet das genau? Soll die Handlungsfähigkeit von Literatur als Medium ins Auge gefasst werden? Und wenn ja, in welcher Hinsicht – in einem gesellschaftspolitischen Sinn? In einem poetischen? Geht es um die Inhalte? Um den Sprechakt? Um eine Form des Anschreibens gegen bestehende Verhältnisse? Oder interessieren wir uns für die konkrete schriftstellerische Arbeit: Wollen wir die Handlungsfähigkeit der Autorin, sich ihr Sujet auszusuchen...

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