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"Kontaminierte Landschaften"

Mitteleuropa inmitten von Krieg und Totalitarismus. Eine exemplarische Bestandsaufnahme anhand von literarischen Texten

Edited By Alexander Höllwerth

Der Band befasst sich mit dem schweren Erbe von Krieg und Totalitarismus in Mitteleuropa. Er enthält die Texte von 21 Autorinnen und Autoren aus Tschechien, Polen, Ungarn, Österreich und Deutschland. Diese gehen in ihren Beiträgen der Frage nach, welche Rolle der Literatur bei der Aufarbeitung der Traumata der Vergangenheit zukommt. Besprochen werden die Werke zeitgenössischer Autoren wie Pollack, Weber, Bodor, Topol, Sabuschko u. a. sowie von Autoren, die aus unmittelbarer Zeitzeugenschaft heraus schreiben (Wojdowski, Buczkowski). Dabei soll auch aufgezeigt werden, welchen Beitrag die Literatur bei der Durchbrechung national beschränkter Erinnerungskulturen hin zu einer transkulturellen (mittel-)europäischen Erzählung leisten kann. Gerade heute ist dieses Thema wieder hochaktuell.

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Söhne und Väter in totalitären Systemen. Zur literarischen Bearbeitung einer traumatischen Beziehung in Martin Pollacks Der Tote im Bunker und Viktor Erofeevs Der gute Stalin

Söhne und Väter in totalitären Systemen. Zur

literarischen Bearbeitung einer traumatischen

Beziehung in Martin Pollacks Der Tote im

Bunker
und Viktor Erofeevs Der gute Stalin/Sons

and Fathers in Totalitarian Regimes. On the

Literary Adaptation of a Traumatic Relationship

in The Dead Man in the Bunker by Martin

Pollack and Viktor Erofeyev’s Good Stalin

Extract

Helena Ulbrechtová

Abstract: This study compares two literary works from 2004, both of which concentrate on coping with traumatic experiences in connection with Fascism, Stalinism, Post-Stalinism. The protagonists of these books struggle with their fathers’ affiliation with totalitarian systems of the twentieth century. As a member of the Gestapo, Gerhard Bast participated in fascist crimes. Viktor Erofeyev, on the other hand, was involved in the „preparation of the Cold War“. The main methodological focus is the traumatic relationship between sons and fathers, originating from Sigmund Freud’s doctrine amended by Jan Assmann. The study is based on other specialized literature. The comparative part is followed by an excursus on the history of the conflict between sons and fathers in Russian literature. Furthermore, it addresses several problems of the memory of World War II and Stalinism in Russia which have not been studied yet.

Keywords: Fascism, Stalinism, Post-Stalinism, Martin Pollack, Viktor Erofeyevparricide, Sigmund Freud

„Im Frühsommer 2003 fuhr ich mit meiner Frau nach Südtirol, zum Brenner, um den Bunker zu suchen, in dem vor 56 Jahren mein Vater tot aufgefunden war. Er war erschossen worden.“1

„Schließlich habe ich meinen Vater ermordet. […]. Ich habe keinen physischen, sondern einen politischen Mord begangen – nach den Gesetzen meines Landes war das ein echter Tod.“2

Es ist zwar ein Zufall, dass beide im Folgenden zu besprechenden Bücher im Jahre 2004 erschienen sind; das gleiche Erscheinungsjahr zeugt jedoch davon, dass bestimmte Themen...

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