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Sprache(n) für Europa. Mehrsprachigkeit als Chance / Language(s) for Europe. Multilingualism as a Chance

Auswahl an Beiträgen des 52. Linguistischen Kolloquiums in Erlangen (2017) / Selected Papers of the 52nd Linguistics Colloquium in Erlangen (2017)

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Edited By Jürg Strässler

Dieses Buch präsentiert eine Auswahl an Beiträgen des 52. Linguistischen Kolloquiums 2017 in Erlangen. Unter dem Konferenzthema «Sprache(n) für Europa – Mehrsprachigkeit als Chance» behandeln die 25 Beiträge in deutscher und englischer Sprache vor allem Erst- und Zweitspracherwerb, sprachdidaktische Aspekte sowie Mehrsprachigkeit in interkultureller Kommunikation. Darüber hinaus werden neben Experimenteller Linguistik, Corpus Linguistik und Medienlinguistik auch sprachhistorische, sprachpolitische und pragmatische Aspekte beleuchtet.

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Mehrsprachigkeit in Siebenbürgen (Ioana-Narcisa Crețu)

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Ioana-Narcisa Crețu

Mehrsprachigkeit in Siebenbürgen

1 Voraussetzungen

Die Sprachlandschaft Siebenbürgens in Rumänien bietet, wie schon seit Jahrzehnten festgestellt wird, das Bild einer eigenartigen Verflechtung von drei ganz verschiedenen Sprachen miteinander: dem Rumänischen, dem Ungarischen und dem Deutschen, die alle ihre große Bedeutung im Alltag haben (vgl. Haldenwang 1999, 13).1 Die Mehrsprachigkeit bietet auch heutzutage bessere Chancen in der Erziehung, auf dem Arbeitsmarkt und im Berufsleben. Die vorliegende Arbeit untersucht den sozialen und politischen Kontext, die Tatsache, dass hier die deutsche Sprache eine bestimmte historische Gemeinschaft seit Jahrhunderten charakterisiert. Die Tatsache, dass sich besonders nach 1989 durch die Auswanderung der Rumäniendeutschen die Sprachsituation geändert hat, wirft heutzutage Fragen der Spracherziehung und des Sprachunterrichts auf. Die Mehrsprachigkeit wird dadurch zur Herausforderung im schulischen und hochschulischen Unterricht.

2 Mehrsprachigkeit in Siebenbürgen

2.1 Historisch-politischer und sozio-ökonomischer Hintergrund

Siebenbürgen, Transsilvanien oder Transsylvanien (rum. Ardeal oder Transilvania, ung. Erdély) ist ein historisches und geografisches Gebiet im südlichen Karpatenraum mit einer bewegten Geschichte. Ab etwa 895 besiedelten die Ungarn im Zuge ihrer Landnahme das Karpatenbecken und damit auch das Gebiet des heutigen Siebenbürgens. Zur Sicherung der Grenzgebiete wurden Hilfsvölker in diesen angesiedelt. Die Anwerbung deutscher Siedler begann unter dem ungarischen König Géza II. (1141–1162). Gegen Gewährung weitläufiger Rechte und Freiheiten sollten die Siedler die Gebiete bevölkern, die Grenzen gegen Einfälle aus dem...

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