Show Less
Restricted access

Erster Weltkrieg im östlichen Europa und die russischen Revolutionen 1917

Series:

Edited By Alexander Trunk and Nazar Panych

Der Band enthält Beiträge aus zwei inhaltlich verknüpften interdisziplinären Ringvorlesungen des Zentrums für Osteuropa-Studien der Universität Kiel, die verschiedene Aspekte des Ersten Weltkrieges unter besonderer Berücksichtigung des östlichen Europa beleuchten und in diesem Zusammenhang einen besonderen Fokus auf die aus dem Weltkrieg hervorgegangenen russischen Revolutionen des Jahres 1917 legen. Der Band kann auch als historische Hintergrundlektüre zum besseren Verständnis heutiger Spannungslagen in der Region – Beziehungen EU-Russland, Ukraine, Georgien u.a. – gelesen werden. Politische, juristische, historische, wirtschaftliche und kulturwissenschaftliche Gesichtspunkte müssen im Zusammenhang betrachtet werden, um Konflikte zu lösen.

Show Summary Details
Restricted access

Die Bedeutung der Oktoberrevolution für das russische Recht – aus heutiger Sicht

Die Bedeutung der Oktoberrevolution für das

russische Recht – aus heutiger Sicht

Extract

Alexander Trunk

Abstract: Nach einer Einführung über Strukturmerkmale der frühen Sowjetgesetzgebung gibt der Beitrag einen Überblick über die wichtigsten Gesetzgebungsakte der Jahre 1917/1918 im Verfassungsrecht, Wirtschafts- und Zivilrecht, Justiz- und Strafrecht sowie auf dem Gebiet der Außenpolitik. Der Beitrag schließt mit einer differenzierenden Bewertung aus heutiger Sicht.

Stichworte: Sozialistisches Recht, Oktoberrevolution, Scheinkonstitutionalismus, Lenin, Provisorische Regierung, Metriksystem, Kalenderreform, Entkirchlichung, Erziehungsdiktatur, Verfassung, Zivilgesetzbuch, Dekret über den Frieden, Rechtsstaat, Sowjetrecht, Dekrete, Zentralkomitee, Räte, Allrussischer Sowjet, Grundrechte, Verstaatlichung, Meinungsfreiheit, Alphabetisierung, Modernisierung, Bürgerkrieg, Kriegskommunismus, Kommunistische Partei, Bodenreform, Unternehmensrecht, Arbeiterkontrolle, Zentralverwaltungswirtschaft, internationales Wirtschaftsrecht, Außenhandelsmonopol, April- Thesen, Familiengesetzbuch, Gleichberechtigung, Erbrecht, Arbeitsrecht, Strafrecht. Justiz, Justizdekrete, Tscheka, Volksgerichte, Todesstrafe, Brest-Litowsk, Selbstbestimmungsrecht der Völkera

Die russische Oktoberrevolution1 ist primär ein politisches und historisches Geschehen. Die Oktoberrevolution lässt sich aber – wie alle politischen Revolutionen – auch unter juristischen Gesichtspunkten analysieren2. Im Zentrum ←9 | 10→stehen dabei die Erschütterung und Neugestaltung der Verfassungsordnung durch die revolutionären Ereignisse bis hinab in die Verästelungen revolutionärer Einzelgesetzgebung. Nicht außer Acht bleiben darf dabei auch die – ebenfalls juristisch geprägte – Vorgeschichte der Revolution. Die Analyse einer Revolution unter juristischen Gesichtspunkten hilft, das Revolutionsgeschehen gedanklich zu strukturieren, grundlegende Gesichtspunkte von Begleitelementen zu unterscheiden und Entwicklungstendenzen zu erkennen. Speziell im Fall der Oktoberrevolution kommt als persönliche Komponente hinzu, dass Wladimir Lenin ausgebildeter Jurist war3. Für ihn war es selbstverständlich, die Revolution auch juristisch zu gestalten, viele grundlegende Revolutionsdekrete wurden von ihm selbst entworfen oder zumindest...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.