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Erster Weltkrieg im östlichen Europa und die russischen Revolutionen 1917

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Edited By Alexander Trunk and Nazar Panych

Der Band enthält Beiträge aus zwei inhaltlich verknüpften interdisziplinären Ringvorlesungen des Zentrums für Osteuropa-Studien der Universität Kiel, die verschiedene Aspekte des Ersten Weltkrieges unter besonderer Berücksichtigung des östlichen Europa beleuchten und in diesem Zusammenhang einen besonderen Fokus auf die aus dem Weltkrieg hervorgegangenen russischen Revolutionen des Jahres 1917 legen. Der Band kann auch als historische Hintergrundlektüre zum besseren Verständnis heutiger Spannungslagen in der Region – Beziehungen EU-Russland, Ukraine, Georgien u.a. – gelesen werden. Politische, juristische, historische, wirtschaftliche und kulturwissenschaftliche Gesichtspunkte müssen im Zusammenhang betrachtet werden, um Konflikte zu lösen.

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Impulse und Parallelen. Die russischen Revolutionen und der Kieler Matrosenaufstand

Impulse und Parallelen. Die russischen

Revolutionen und der Kieler Matrosenaufstand

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Knut-Hinrik Kollex

Abstract: Im Aufsatz werden die russischen Revolutionen von 1917 und 1918 mit dem Kieler Matrosenaufstand verglichen. Vor dem Hintergrund der Entwicklungen in Russland und Kiel werden die Ereignisse und Folgen der Revolutionen in einen Kontext gesetzt und zur Grundlage einer kritischen Hinterfragung heute vorherrschender Thesen gemacht.

Stichworte: Revolution, Matrosenaufstand, Kiel, Regierung, Lenin, Bolschewiki, Monarchie, Russland, Februar-Revolution, Krieg, Deklaration der Soldatenrechte

Wer den Blick über den sprichwörtlichen Tellerrand wagt, wird feststellen, dass manch vermeintlich fernes Geschichtsereignis unvermittelt näher erscheint als zunächst vermutet. In der Geschichtswissenschaft ist dieser Tellerrand oftmals die jeweils nationale Grenze, die lange auch als Grenze des wissenschaftlichen Untersuchungsraumes verstanden wurde. Das lässt sich leicht schon an Begriffen wie der „Französischen Revolution“, der „Russischen Revolution“ oder der „Deutschen Revolution“ nachvollziehen, die uns bestimmte Ereignisse zeitlich und räumlich zuordnen lassen, aber gleichzeitig den Eindruck erwecken, als seien sie innerlich abgeschlossene Entwicklungen, die sich nicht ohne weiteres miteinander verknüpfen ließen. Erst der globalgeschichtliche Blickwinkel erlaubt es, durch das Wegdenken von Ländergrenzen historische Kontinuitäten und Zusammenhänge sichtbar zu machen, welche wir mit der Nationalstaatsbrille nur verzerrt wahrnehmen würden.1 Im Hinblick auf die deutsche Demokratiegeschichte sei auf die sogenannte und mittlerweile als hinfällig erachtete Sonderwegthese verwiesen, schließlich erscheint der demokratiegeschichtliche deutsche „Sonderweg“ im globalgeschichtlichen Vergleich plötzlich nicht mehr so besonders.2

Vor diesem Hintergrund wirkt der Begriff der Regionalgeschichte nun zunächst aber als ein vergleichsweise einengender. Regional klingt...

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