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Repräsentationsweisen des Anthropozän in Literatur und Medien

Representations of the Anthropocene in Literature and Media

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Edited By Gabriele Dürbeck and Jonas Nesselhauf

Das Anthropozän mit der Idee der systemischen Zusammenhänge von Mensch, Technologie und Umwelt ist durch Komplexität und disproportionale Skalierungseffekte von planetarischem und tiefenzeitlichem Ausmaß gekennzeichnet. Der Band geht der Frage nach, mit welchen Rhetoriken und Strategien Literatur und Kunst die Komplexität des Anthropozän auf menschliches Maß beziehen. Vor dem Hintergrund der Environmental Humanities untersuchen die 11 Beiträge das interdependente Beziehungsgeflecht von Mensch und agentieller ‹Natur› wie auch die Interaktion von unterschiedlichen zeitlichen, räumlichen und thematischen Skalen in Komposition, Figurendarstellung und Metaphorik (Raumschiff, Gaia, Weltgärtner) mit Bezug auf lokale Umweltprobleme und globale Zukunftsfragen. Mediale Austragsorte sind Erzählung, Epos, Climate und Science Fiction, Heimatroman, Ecodiegesis, Umweltlyrik, Hörspiel, Fotographie, Film und bildende Kunst.

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Ökologische Komplexität: in Wissenschaft, Heimatliteratur und Science Fiction (1850–1900)

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Alexander Kling

Abstract: The article examines the textual conceptualisation of ecological complexity. In a first step the argumentation focuses on theoretical positions (Anthropocene, Posthumanism). In a second step I analyse Darwin’s example of the ‘red clover’ and its reception as a textual process. Finally, the third step considers the complexity of ecological narratives in the genres of Heimatliteratur (Rosegger) and Science Fiction (Laßwitz).

Auf den ersten Blick erscheint es überraschend, dass sich das Anthropozän und der Posthumanismus in den letzten Jahren parallel und in Wechselbeziehung zueinander als Leitkonzepte der kultur- und literaturwissenschaftlichen Forschung herausgebildet haben. Das Anthropozän, das Menschenzeitalter, ist als eine Folge der Horizonterweiterung menschlicher Handlungspotenzen zu verstehen; zentral sind dabei die Betonung einer globalen Dimension sowie die Beobachtung der gestalterischen wie auch der destruktiven Seiten anthropogener Umwelteingriffe.1 In der Perspektive des Posthumanismus dagegen erweist sich der Mensch gerade nicht als omnipotenter Schöpfer oder Zerstörer seiner Umwelt, vielmehr zeigt sich, so Cary Wolfe, mit dem Posthumanismus „the embodiment and embeddedness of the human being in not just its biological but also its technological world”.2 Kurz gesagt: Mit Anthropozän und Posthumanismus stehen sich eine Potenzierung und Zentrierung auf der einen und eine Depotenzierung und Dezentrierung des Menschen auf der anderen Seite gegenüber.

Fragt man sodann nach dem Zusammenhang von Anthropozän und Posthumanismus, so ergibt sich dieser aus einer ökologischen Ausrichtung, die in beiden Fällen zu erkennen ist.3 Nach einer klassischen Bestimmung von Barry Commoner...

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