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Die Weiblichkeitsbilder in der deutschsprachigen Erzählliteratur von Autorinnen iranischer Herkunft

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Somaiyeh Mohammadi

Diese Arbeit thematisiert zeitgenössische Romane von Autorinnen iranischer Herkunft, darunter Shirin Kumm, Fahimeh Farsaie und Sudabeh Mohafez. Mit Blick auf die Geschichte der iranischen Frauenbewegung und der darin erzählerisch vermittelten Weiblichkeitsbilder fragt sie, inwieweit in diesen Romanen die Darstellung des Iran und der muslimischen Frau westliche Stereotype bedient und inwieweit dies Produkt bewusster Entscheidung und ästhetischer Gestaltung ist. Schritt für Schritt vollzieht die Arbeit kritisch nach, dass und mit welchen literarischen Mitteln die heterogenen Werke dieser Autorinnen politische Maßstäbe des Gastlands antizipieren und so letztlich als literarische Fiktion der öffentlichen Beglaubigung politischer Vor-Urteile dient.

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6 Zur Lage der iranischen MigrantInnen in Deutschland

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Die Auseinandersetzung mit der deutschsprachigen Literatur von Autorinnen iranischer Herkunft verlangt, folgt man Said, eine spezifische historische und politische Betrachtung. Über die deutsch-türkische Literatur ist bereits viel geforscht worden, die Resultate können aber nicht vollständig auf die hier untersuchte Literatur angewendet werden. Das betrifft auch die Besonderheit der iranischen MigrantInnen in Deutschland. Türkische Migration war hauptsächlich motiviert durch den Mangel an Arbeitskräften in der bundesdeutschen Produktion. Die migrierten Arbeitskräfte verfügten über einen niedrigen Bildungsstand bzw. waren zum Teil sogar Analphabeten. Zudem war ihre Migration nicht unbedingt eine Flucht, und viele rechneten mit einer baldigen Rückkehr in die Türkei. Das hat sich in gravierendem Maße in dem Selbstbild der türkischen Milieus niedergeschlagen. Ganz anders verhält es sich mit den iranischen MigrantInnen. Sie sind vor allem in den letzten Jahrzehnten aus politischen Gründen nach Deutschland geflohen. Sie rechneten nicht mit Rückkehr. In der Anfangszeit gehörten sie größtenteils der ökonomischen Elite an. Darüber hinaus zeichnen sich die iranischen MigrantInnen im Allgemeinen durch einen hohen Bildungsstand aus. Das alles schlägt sich in ihrem Selbstbild und in ihrem intellektuellen, ökonomischen und institutionellen Bezug zum Gastland Deutschland nieder. Das soll im Folgenden ausgeführt werden.

Gemäß Angaben des iranischen Ministeriums “High Council of Iranian Affairs Abroad” leben heute zwischen fünf bis sechs Millionen IranerInnen im Ausland. Der größte Anteil der IranerInnen lebt in den USA, gefolgt von Kanada, Deutschland und Schweden.503 Die iranische...

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