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Die Weiblichkeitsbilder in der deutschsprachigen Erzählliteratur von Autorinnen iranischer Herkunft

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Somaiyeh Mohammadi

Diese Arbeit thematisiert zeitgenössische Romane von Autorinnen iranischer Herkunft, darunter Shirin Kumm, Fahimeh Farsaie und Sudabeh Mohafez. Mit Blick auf die Geschichte der iranischen Frauenbewegung und der darin erzählerisch vermittelten Weiblichkeitsbilder fragt sie, inwieweit in diesen Romanen die Darstellung des Iran und der muslimischen Frau westliche Stereotype bedient und inwieweit dies Produkt bewusster Entscheidung und ästhetischer Gestaltung ist. Schritt für Schritt vollzieht die Arbeit kritisch nach, dass und mit welchen literarischen Mitteln die heterogenen Werke dieser Autorinnen politische Maßstäbe des Gastlands antizipieren und so letztlich als literarische Fiktion der öffentlichen Beglaubigung politischer Vor-Urteile dient.

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8 Sudabeh Mohafez: „Vor Allâhs Thron“ (2004)

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Sudabeh Mohafez wurde im Jahr 1963 als Tochter einer deutschen Mutter und eines persischen Vaters in Teheran geboren. In ihrer Familie wurde persisch, deutsch und französisch gesprochen. In Teheran besuchte Sudabeh Mohafez eine deutsche Schule.

Aufgrund der Islamischen Revolution im Jahr 1979 migrierte Mohafez’ Familie nach West-Berlin. Der Grund war jedoch keine „konkrete Bedrohung“. Die Eltern hatten vielmehr den Iran „aus Vorsicht“ verlassen.599 Mohafez weist immer wieder darauf hin, dass sie sich nicht im Exil befinde und, wenn auch nicht sie selbst, ihr Vater bis heute immer wieder in den Iran reise.600 Die Übersiedlung nach Deutschland hat Mohafez, wie sie in verschiedenen Interviews berichtet, stark beeinflusst, wenn auch in ambivalenter Weise. Das betraf insbesondere die Scheidung der Mutter von ihrem persischen Vater. Dieser sei für die schriftstellerische Biografie vor allem in einer Hinsicht bedeutend gewesen:

„Er sagte nicht: Das macht Aua, wenn einer von uns Kindern an den Herd gefasst hat, sondern hat eine Geschichte erzählt, wie jemand sich die Hand verbrannt hat. Das war sehr eindrücklich.“601

Zum anderen aber habe sie durch die Abwesenheit des Vaters den Zugang zur persischen Sprache und Kultur, die ihr wichtig waren, verloren:

„Das war schon Scheiße. Die Heimat war weg, der Iran war weg, der Vater war weg, und mit dem iranischen Vater war auch die iranische Sprache weg. Und meine Mutter war total sauer wegen meinem Vater und wollte nicht, dass wir zu Hause Persisch sprechen. Da fehlte...

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