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Die Reise nach Ost- und Ostmitteleuropa in der Reiseprosa von Wolfgang Büscher und Karl-Markus Gauß

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Anna Pastuszka

Eine extreme Fußreise durch Osteuropa, Forschungsreisen zu den versprengten Minderheiten ˗ in ihrer Reiseprosa erschliessen Büscher und Gauß das durch den Eisernen Vorhang jahrelang abgeschottete östliche Europa. Im Zentrum der Studie steht die Frage nach der Inszenierung der Reise und des durchwanderten fremden Raums im Hinblick auf die imaginären Raumentwürfe von Ost- und Mitteleuropa, auf die westlichen mental maps und die Gewaltgeschichte des 20. Jahrhunderts. Die Studie beleuchtet narrative Herangehensweisen an den ostmitteleuropäischen Raum und gewährt einen Einblick in die literarische Kartographierung Europas nach der Wende. Im Medium der Reiseliteratur erfolgt bei den Autoren eine subjektive Vermessung der osteuropäischen Fremde sowie ein Remapping der kognitiven Karten Europas.

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4. Zu Fuß durch Osteuropa. Berlin – Moskau. Eine Reise zu Fuß von Wolfgang Büscher

4. Zu Fuß durch Osteuropa. Berlin – Moskau. Eine Reise zu Fuß von Wolfgang Büscher

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Büschers Reisetexte werden zunehmend in der Reiseliteraturforschung als „ambitionierte Versuche, eine neue Wahrnehmungsästhetik zu etablieren“, betrachtet.258 Die Schilderungen seiner Wanderungen durch Osteuropa (Berlin – Moskau. Eine Reise zu Fuß, 2003), entlang der deutschen Außengrenze (Deutschland, eine Reise, 2005), in Asien (Asiatische Absencen, 2008), durch die Vereinigten Staaten (Hartland. Zu Fuß durch Amerika, 2011) und durch die Hauptstadt Israels (Ein Frühling in Jerusalem, 2014) lassen eine im Zeitalter der schnellen Fortbewegung und des Massentourismus ungewöhnliche Perspektive zu Wort kommen: die des Wanderers. Die so gewonnenen Beobachtungen und Erfahrungen, deren strukturierendes und ordnendes Gestaltungsmittel eine von vornherein geplante und konsequent eingehaltene Reiseroute bildet, werden als „narrative Kartographie“259 bezeichnet: Der fremde oder scheinbar vertraute Raum (z. B. Deutschland) wird im Text abgesteckt und vermessen.260

Wolfgang Büscher, 1951 in Volksmarsen bei Kassel geboren, studierte von 1970 bis 1975 Germanistik, Politik und Sozialwissenschaften in Marburg. Er arbeitete zunächst als freier Journalist für die Süddeutsche Zeitung, die Neue Zürcher Zeitung, den Spiegel und GEO. Ab 1998 war als Reporter bei der Welt tätig, wo er von 2002 bis 2005 das Ressort „Reportagen und Magazine“ leitete. Ab 2005 arbeitete er im „Ressort Dossier“ für Die Zeit. Seit 2013 ist er wieder Reporter und Autor bei der Welt. Für seine journalistischen Veröffentlichungen wurde Wolfgang Büscher 2002 mit dem renommierten Theodor-Wolff-Journalistenpreis ausgezeichnet. 2003 wurde ihm der Kurt-Tucholsky-Preis für literarische Publizistik und der Johann-Gottfried-Seume-Literaturpreis verliehen, 2006 ←83 | 84→erhielt er den Ludwig-B...

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